Die Gemeindevertreter haben dann mit einer klaren Mehrheit von acht gegen zwei Stimmen die Einleitung eines Verfahrens zur Eingemeindung in die Stadt Schwedt beschlossen. Anders als in Schöneberg wurde nicht nur den Amtsdirektor mit den Verhandlungen beauftragt. Die Gemeinde bestand darauf, dass auch der Bürgermeister und die Gemeindevertreter dabei sind.
Bürgermeister Regler kündigte an, dass er zügig die Gespräche mit Schwedt aufnehmen wolle. Am Ende sollen dann die Bürger selbst entscheiden, ob sie für den Eingemeindungsvertrag sind. "Wir müssen uns einfach entscheiden, wo die Zukunft der Gemeinde liegt", sagte Gerd Regler. Gemeindevertreter Hans-Otto Gerlach begründete den Schritt mit dem Widerspruch, dass Berkholz-Meyenburg eigentlich eine wohlhabende Gemeinde ist, finanziell aber mehr als klamm dastehe. Mit einem Haushalt von 1,7 Millionen Euro gebe man 641 000 Euro ans Amt ab und gehöre mit Passow zu den größten Finanziers des Amtes, ohne von den Vorteilen des Amtes zu profitieren wie etwa die Gemeinde Pinnow. Die  Teilhabe an der dynamischen Entwicklung der Stadt Schwedt bezeichnete Gerlach als den größten Vorteil, der für die Eingemeindung spreche.
Auf der Sitzung gab es aber auch Versuche, das Vorhaben zu verhindern. Eine Einwohnerin aus Landin warf Gerd Regler seinen Sinnerswandel in kürzester Zeit vor. Amtsdirektor Detlef Krause erklärte, sich nicht zu der Absicht der Gemeinde äußern zu wollen, betonte dann aber die kommunale Selbstverwaltung als das höchstes Gut, das die Gemeinde damit aufgebe. Gemeindevertreter Silvio Felske warf dem Bürgermeister  mehrere Versäumnisse vor und behauptete, dass ein Tresen der Gemeinde, der spurlos verschwunden sei, jetzt bei ihm in Schloss Monplaisir stehe. Regler bezeichnet das als Verleumdung und erklärte, sich rechtliche Schrittte dagegen vorzuhalten.
Den offensichtlich festen Entschluss der Gemeinde, das Amt zu verlassen und den Weg nach Schwedt zu ebnen, konnte das alles aber nicht verhindern. Von Mitgliedern der Feuerwehr und von der Mehrzahl der Bürger im Saal gab es Beifall für die klare Entscheidung.
Klage vom Tisch
Nach vierstündiger Sitzung zog die Gemeinde außerdem ihre Klage gegen die Eingemeindung von Schöneberg nach Schwedt zurück.
Schwedts Bürgermeister begrüßte die Entscheidungen aus Berkholz-Meyenburg. "Das ist ein guter Tag für die Region und das Verhältnis von Stadt und Umland. Schwedt und Berkholz-Meyenburg gehören zusammen und ich freue mich auf die Gespräche", sagte Jürgen Polzehl.

Entwicklung im Amt Oder-Welse


Das Amt Oder-Welse besteht aus fünf Gemeinden.

Schöneberg hat 2017 die Eingemeindung nach Schwedt gestartet.  Felchow, Flemsdorf, Schöneberg, Stützkow und Galow warten seither auf den vom Amt blockierten Vollzug.

Landin und Pinnow haben beschlossen, sich zur Einheitsgemeinde zusammenschließen zu wollen und den Amtsdirektor beauftragt, das vorzubereiten.

Berkholz-Meyenburg hat das Verfahren zur Eingemeindung nach Schwedt gestartet.

Passow hat den Start des Verfahrens zur Eingemeindung nach Schwedt für den 2. Juli angekündigt. md