Zwei von ihnen sind bereits vor Ort und betreiben die Windparks in diesem Gebiet: die Prokon Energiesysteme GmbH betreibt den Windpark in Podelzig und die Windmüllerei Mallnow GbR den Windpark in Mallnow und Schönfließ. Der dritte Interessent ist die MLK Brandenburg Windpark Entwicklungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Jakobsdorf.
Die künftige Ausweisung der Windeignungsgebiete im neuen Regionalplan werde bereits vorhandene Standorte berücksichtigen und erweitern, ist Prokon-Geschäftführer Ralf Dohmann überzeugt. Davon gehe das Itzehoher Unternehmen aufgrund seiner Erfahrungen der letzten 15 Jahre aus. Prokon plant aufgrund des neuen vorgeschriebenen Mindestabstands von 1000 Metern zu Wohngebieten einen Windpark mit 13 bis 19 Windrädern in diesem Gebiet. Dohmann warb um Unterstützung für sein Unternehmen damit, dass bei Prokon "alles aus einer Hand" käme - von der Entwicklung der Anlagen bis zum Bau und Betreiben und Service für die Windräder vor Ort. Bei der Kapitalbeschaffung setze Prokon vor allem auf Kleinanleger in einer sogenannten Genussrechtegesellschaft.
Wie Prokon warb auch Heinrich Lohmann von der MLK Brandenburg Entwicklungsgesellschaft mit möglichen hohen Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen, die die Errichtung weiterer Windparks brächten. Lohmann entwickelte gar die Vision eines "virtuellen Kraftwerkes" als Pilot- und Demonstrationsobjekt am Standort Mallnow für Brandenburg - ähnlich dem in der Uckermark. Dieses Kraftwerk solle Strom aus Wind- und Solarenergie sowie Abwärme aus der Ergasverdichterstation erzeugen.
Auch der dritte Interessent von der Windmüllerei Mallnow und Schönfließ, Sven Ucke, würde gern in diesem Gebiet um 20 Windräder "aufstocken". Firmensitz solle in Mallnow sein. Auch Ucke lockte mit "hohen Gewerbesteuern".
Dem Anschein nach haben alle drei Interessenten bei den Landeigentümern bereits einen Fuß in der Tür. Mit den hiesigen Landwirtschaftsbetrieben, der Agrarprodukte Mallnow und Landgesellschaft Damm als Mitgesellschafter, dürfte die Windmüllerei Mallnow und Schönfließ aussichtsreichster Anwärter sein. Im Bauausschuss gab es jedoch noch keine Sympathiebekundungen für diese Planungen, eher vorsichtigen Zweckoptimismus angesichts der Gesetzeslage.