Ein Thema, das in jedem Ort bis heute aktuell ist, sieht es Chorleiterin Judith Leopold. Als die Idee entstand, mit Mitteln des Gesangs den Friedenswillen zu verdeutlichen und gegen das Vergessen anzugehen, hatten alle 25 Chormitglieder sofort zugestimmt und ein extra Programm einstudiert. Überschrieben ist der Abend mit "Hevenu Shalom Alechem". Das ist der Titel eines altjüdischen Liedes.
Zwischen den Musikstücken gibt es Sprecheinlagen und Gedichte. Erinnert wird an jüdisches Leben in Seelow. Das Schicksal der einstigen Juden in der Stadt war viele Jahrzehnte lang ausgeblendet worden. Heute erinnern Stolpersteine in Gehwegen und am Schweizer Haus daran, dass auch Seelower Opfer der Judenverfolgung wurden. Darüber wird Kerstin Niebsch, Geschäftsführerin der Kultur GmbH und Leiterin der Seelower Gedenkstätte berichten.
Auch Bürgermeister Jörg Schröder übernimmt einen Sprechteil. "Ich finde die Idee der Alt Rosenthaler sehr gut", sagt er. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, auch aus der Geschichte heraus darüber zu reden, wie mit Andersdenkenden und anderen Kulturen umgegangen wird. Er unterstütze das Anliegen nachdrücklich.
Eine Mitgestalterin des Abends, der mit einer kurzen Andacht beginnt, wird Katharina Kaufmann sein. Sie spielt Geige und zitiert ein selbst verfasstes Gedicht. Der Chor präsentiert seine Eigenkomposition "Sand und Erde". Zum Abschluss erklingt das Lied "Asma Asmaton" von Mikes Theodorakis, der den Text eines KZ-Häftlings vertonte. Da es in Griechisch gesungen wird, werden die Chormitglieder den Inhalt szenisch darstellen.
Gedenken an die Reichsprogromnacht, 9. November, 19 Uhr, Stadtpfarrkirche Seelow, Eintritt frei, Infos: www.kariolle.de