Auf dem alten Zechiner Sportplatz wird nach wie vor abgeladen, was im Garten an Grünabfall und Gehölzschnitt anfällt. Bereits im Mai hatten sich die Gemeindevertreter darauf verständigt, dass das Areal gegen eine illegal Zufahrten gesperrt und das weitere Abladen eindeutig untersagt wird. Doch weder die vier Zufahrten zum Sportplatz wurden bislang versperrt noch wurde das Schild entfernt, das zwar das Müll abladen verbietet, jedoch zum Abladen von Laub einlädt. War im Mai das Strauchwerk, das damals rund 400 Tonnen ausgemacht hatte, zu einer 600 Quadratmeter großen Miete aufgeschichtet, so hat sie in dem Vierteljahr danach deutlich an Breite gewonnen.

Poller und Schranken sollen errichtet werden

In ihrer jüngsten Sitzung hat die Gemeindevertretung beschlossen, dass die Möglichkeit zur Laub- und Strauchentsorgung in der Gemeinde gänzlich untersagt wird. Lediglich die Gemeindearbeiter bekommen einen Platz zugewiesen, an dem sie das von den kommunalen Wegen und Plätzen gefegte Laub zwischenlagern können. Zu diesem Zweck wurde die Straßenreinigungssatzung geändert. Der Passus zum Entsorgen von Laub und Geäst wurde gestrichen. In diesem Zusammenhang wurde auch beschlossen, dass der bisherige Lagerplatz, der alte Zechiner Sportplatz, wirksam gegen die Zufahrt mit Pkw und Hängern versperrt wird. Dafür sollen Poller und Schranken hergerichtet werden. Das Schild „Laubsammelstelle“ soll sofort entfernt werden.

Fachfirma für die Entsorgung

Für die Entsorgung des bereits angehäuften Grünabfalles soll eine Fachfirma beauftragt werden. Die Amtsverwaltung hatte bereits ein Kostenangebot eingeholt, das eine Summe von rund 35 000 Euro ergab. Da sich die Gemeinde Zechin in der Haushaltssicherung befindet, also die Summe aktuell gar nicht aufbringen kann, soll das Abarbeiten der „Zeitbombe“, wie der Haufen im Mai von Ortsvorsteher Robert Lehmpfuhl genannt wurde, über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren zwischen 2021 und 2023 erfolgen. Dies auch mit dem Hintergedanken, dass ein Teil der Menge wie ursprünglich vorgesehen bei Brauchtumsfeuern wie Walpurgisnacht oder Weihnachtsbaumverbrennen Stück und Stück reduziert werden könnte, um Kosten zu sparen.

Müll-Tourismus über Jahre entstanden

Bürgermeister Dieter Rauer erinnerte daran, dass nicht allein Zechiner zum Anwachsen der Miete beigetragen hätten, sondern ein regelrechter Müll-Tourismus entstanden ist, der nun nicht mehr beherrschbar sei. Den ursprünglichen Gedanken, den Zechinern die Möglichkeit zum zentralen Lagern der Grünabfälle zu geben, um dann zur Walpurgisnacht ein Fest mit Feuer feiern zu können, verteidigte Dieter Rauer jedoch. Die Tradition habe er bei seinem Amtsantritt  übernommen und fortgesetzt. Ungünstige Witterungsbedingungen wie lang anhaltende Trockenzeiten hätten schließlich dazu geführt, dass die Menge nicht wieder reduziert werden konnte und sich immer mehr angehäuft hatte. Für den Bürgermeister wäre es eine Illusion, zu glauben, dass man mit der Sperrung des alten Sportplatzes erreicht, dass es keine wilden Ablagerungen in der Landschaft mehr gibt.
Die Friedrichsaues Ortsvorsteherin Brunhilt Schalau berichtete von der erfolgreichen Schließung der ehemaligen Sammelstelle am Friedrichsauer Oderbruchbahnhof. Seither habe man auch vor weiterer Zufuhr Ruhe. Buschdorfs Ortsvorsteherin Karin Finsel kündigte an, dass es auch in dem Ortsteil keine Sammelstelle für Laub und Gehölz mehr geben wird.