Der Vergleich auf der großen Leinwand zeigte es deutlich: Seit Jahren sind die Abfallgebühren in Märkisch-Oderland stabil. Pro Kilogramm Hausmüll wurden 2013 noch 16 Cent erhoben, in diesem Jahr nur 12 Cent. Teurer wird es auch 2015 nicht, wie Angela Friesse versicherte. Bei Behältergebühren, der Grundgebühr pro Person im Haushalt oder Gebühren für Behälter mit und ohne Schwerkraftschlösser gibt es seit Jahren die gleichen Sätze. Für die Abnahme an der Umladestation steigen hingegen in einigen Sparten die Preise , was vor allem Gewerbebetriebe betrifft. Grundlage seien die veränderten Kosten, die der neue Entsorger Alba Südost-Brandenburg erhebt. Alba hatte die Neuausschreibung gewonnen und ist seit November zuständig.
In zwei Katagorien müssen die Märkisch-Oderländer 2015 etwas mehr zahlen. Für den Laubsack werden statt 1,40 künftig 1,67 Euro fällig, für die Banderole (Ast- und Strauchwerk) statt bisher 1,81 nun 2,06 Euro. Der Abfallsack bleibt bei 2,45 Euro. Grund seien die sinkenden Mengen. In der Abfallwirtschaft gibt es Von-bis-Spannen. Werden weniger oder mehr Abfälle in der jeweiligen Sparte eingesammelt, erhöhen oder senken sich die Preise. Angela Friesse machte deutlich, dass auch andere Gebühren in den nächsten Jahren steigen könnten, da insgesamt immer weniger Abfall eingesammelt wird. Im Gegenzug verliert der EMO Papier. Da kommerzielle Anbieter für Ablieferungen zahlen, sinken die Mengen und damit der Erlös, mit dem Gesamtgebühren gestützt werden.
Wolfgang Heinze (Linke) bescheinigte dem EMO eine gute Arbeit. Im Vergleich des Landes könne der Kreis zufrieden sein. Dennoch stimme er gegen die Satzung. Heinze erinnerte daran, dass der EMO einst am Kreistag vorbei den Neubau seines Verwaltungssitzes am Standort Strausberg durchgezogen hat. 1,8 Millionen Euro seien investiert worden, die letztlich über die Gebühren vom Steuerzahler zu tragen sind. Erst nach 30 Jahren soll sich laut Gutachten die Investition rechnen, weil dann keine Miete mehr zu zahlen ist. Der EMO war Mieter in einem Komplex in Seelow, in dem heute die Amtsverwaltung Seelow-Land untergebracht ist und die gute Bedingungen biete, wie ihm die Amtsdirektorin bescheinigt habe, sagte Heinze. Der Landrat habe erklärt, der Kreis leiste mit dem Neubau seinen Beitrag für die Gestaltung von Strausberg. "Dafür gibt es jedoch andere Quellen als den Gebührenzahler", erklärte Heinze, der auch im alten Kreistag wiederholt das Vorhaben kritisiert hatte. Abfall- und Gebührensatzung wurden letztlich mehrheitlich beschlossen.