"Der Auftakt hätte wettertechnisch nicht besser sein können", strahlt Petra Ertel, Vorsitzende des Heimatvereins Malnowe, mit der Sonne um die Wette. Den ganzen Tag kommen Besucher ins Dorf. Astrid und Rainer Schinck sind mit ihren Enkeln  Anton und Oskar aus Niederlehme gekommen. "Wir sind Wiederholungstäter", schmunzelt Rainer Schinck. Vor Jahren seien sie übers Internet auf die Angebote zur Zeit der Adonisröschen gestoßen. "Seitdem kommen wir jedes Jahr." Sie haben schon die große Wanderrunde hinter sich. Die elfjährigen Zwillinge sind sofort dabei, als Petra Ertel einlädt, noch einmal zu den Hängen zu gehen.
Gut eineinhalb Kilometer ist die kurze Tour lang. Schon von weitem leuchten die gelben Adonisröschen. Anton und Oskar kennen die Legende um die Blume, wonach Aphrodite auf den Boden fallendes Blut ihres Geliebten Adonis in ein Adonisröschen verwandelt hat. Der eifersüchtige Ares hatte sich in einen wütenden Eber verwandelt und Adonis getötet.
Das 309 ha große Naturschutzgebiet "Oderhänge Mallnow" präsentiert in jedem Frühjahr einen ungewöhnlichen Blütenzauber. Die pontischen Hänge zwischen Lebus, Mallnow und Dolgelin gehören europaweit zu den größten Standorten der seltenen und streng geschützten Frühlings-Adonisröschen. Tausende pilgern jährlich in die Hügellandschaft.
"Wir haben uns gut vorbereitet", sagt Heike Woidke vom Vorstand des Vereins. In Einsätzen wurden die Wanderwege gesäubert, die Wochenenddienste besprochen, die Besetzung der Infostände festgelegt und die Kuchenbäcker beauftragt. "Und all das ehrenamtlich", betont Christian Haase, der im Verein die Finanzen zusammenhält. Für die Führungen, die es für Einzelne ebenso wie für Gruppen gibt, wird ein kleiner Teilnehmerbeitrag erhoben. Natürlich kann auch jeder individuell die Rundwege absolvieren. So manch einer greift am Schluss doch ins Portemonnaie und füllt die Kassen, die an den Eingängen der Touren aufgehängt sind. "In diesem Jahr haben wir neue Kassen angebracht. Leider haben sich an den alten Unbekannte zu schaffen gemacht", erzählt Haase.
Wilfried Bloch kennt jeden Fleck auf den Rundwegen. Seit 1962 gehört sein Herz den Adonisröschen, agiert er als Wanderführer. "Ohne die Schafe, die die Hänge vor der Blüte beweiden, würden sie nicht in jedem Jahr neu so schön blühen", erklärt der 77-Jährige. Er lenkt die Aufmerksamkeit seiner Gäste aber auch auf viele andere kleine Naturwunder, wie etwa die Öl- oder die Mistkäfer, die die festen Wanderwege lieben und dort jetzt beobachtet werden können.
Auch an der Allee der Bäume des Jahres, die seit 1989 jährlich ergänzt wird, stoppt er. Am 28. April wird um 15 Uhr der Baum des Jahres 2019 – die Flatterulme – gepflanzt. Nach einer Wandertour lohnt ein Besuch des kleinen Haustiergartens, den der Verein seit Jahren unterhält. Dabei gelangen die Ehrenamtler trotz Unterstützung durch das Amt langsam an die Grenzen, bekennt Petra Ertel. Was sie hingegen sehr freut: Die Regionalbahn R 60 Frankfurt-Wriezen hält jetzt bis zum 26. Mai extra wegen der Adonisblüte wieder am Bahnhof Schönfließ.
Anmeldung für Führungen unter 033602 4 36 oder per E-mail: info@mallnow.de, Infos: www.mallnow.de