Die Verbindungsstraße zwischen der L38 in Alt Zeschdorf und der Lindenstraße in Hohenjesar war seit dem 24. Februar zwischen der Brücke und dem Reiterhof gesperrt. Auf dem rund 360 Meter langen Abschnitt ist das Straßenprofil ausgeglichen und sind eine neue Trag- und Deckschicht aufgebracht worden.
Zeschdorfs Bürgermeister Uwe Köcher dankte den Bauarbeitern der Firma Strabag und den Wasserbauern der Frankfurter Firma IWT für die "hervorragende Zusammenarbeit" sowie schnelle und gute Ausführung der von Landschaftsarchitekt Andreas Kittner geplanten Arbeiten.
Nötig geworden waren diese spätestens, als 2017 eine Biberröhre in der Straße entdeckt worden war, die auf etwa zwei Kilometer Länge auf der schmalen Landzunge zwischen dem Hohenjesarschen und dem Schlosssee verläuft. Hier sind die Biber besonders aktiv. Hinzu kam, dass die viel befahrene Gemeindestraße marode war. Seit der fast parallel dazu verlaufende Neue Damm für den Schwerlastverkehr gesperrt worden war, weil seine Brücke einzustürzen drohte, durften Versorgungsfahrzeuge und die Milchtanker, die zur Stallanlage in Hohenjesar wollen, nur noch über den Seeberg fahren. Die Folge des Begegnungsverkehrs waren ausgebrochene Randbereiche. Heute wirkt die sanierte Straße, obwohl mit fünf Metern so breit wie ursprünglich, größer.

Alter Belag ist Sondermüll

Die Brücke im vorderen Bereich ist laut einem Gutachten zum Glück noch nicht sanierungsbedürftig. Deshalb konnte der Straßenausbau dahinter beginnen. Alles andere hätte die Gemeinde finanziell überfordert. Sie musste die Kosten für den Straßenausbau in Höhe von 177 000 Euro stemmen. Das sind rund 20 000 Euro mehr als geplant. Denn der Straßenbelag, der abgefräst wurde, erwies sich als so belastet, dass er als Sondermüll entsorgt werden musste. Die 32 500 Euro, die Zeschdorf in diesem Jahr pauschal als Ersatz für die weggefallenen Straßenbaubeiträge erhält, decken die Baukosten nicht annähernd.
Die Kosten für die Biberschutz-Maßnahmen in Höhe von rund 100 000 Euro trägt das Land komplett.  Für den Biberschutz mussten an den Ufern des Schlosssees und des Hohenjesarschen Sees zunächst 13 Bäume gefällt werden. Auf 270 Metern Uferböschung der Seen haben die IWT-Wasserbauer fünf Meter breite Biberschutzmatten, die bis auf den Seegrund reichen, eingebaut und Wasserbausteine verlegt. Die Uferbereiche und vor allem die Straße sollten damit vor erneuten Schäden durch die Nager gesichert sein. Die Stellen, an denen die Biber die Straße unterhöhlt hatten, sind grundhaft ausgebaut, die Hohlräume verfüllt worden, betont Yvonne Petzold aus dem Bauamt der Lebuser Amtsverwaltung. Sie hat die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten für die Gemeinde als Bauherr begleitet. – Und zwar sehr engagiert und ideenreich, wie Uwe Köcher lobte.
Der Bürgermeister freute sich bei der Bauabnahme zum Beispiel darüber, dass die gefährliche "Sprungschanze" an der Brücke nun verschwunden ist. Auf dem noch unsanierten Abschnitt von der Brücke bis zur Einmündung in die Hauptstraße soll es im kommenden Jahr noch einen Profilausgleich und eine neue Straßendecke geben, kündigte Yvonne Petzold an.
An der gesamten Seeberg-Straße sollen voraussichtlich im Herbst noch 21 neue Straßenleuchten errichtet werden. Die Edis habe es nicht geschafft, den Abbau der alten Betonmasten und das Verlegen eines Stromkabels für die neuen Leuchten mit dem Straßenbau zu koordinieren, bedauert die Vertreterin des Lebuser Bauamtes.

Hohes Verkehrsaufkommen

Die Umleitung erfolgte während der Bauphase über den Neuen Damm, auf dem im vorigen Jahr eine neue Brücke gebaut worden war. Überlegungen, ob der Seeberg Einbahnstraße werden sollte, haben die Gemeindevertreter schnell verworfen. Dafür sei das Verkehrsaufkommen zu hoch, sagt Uwe Köcher.
Von der Straßensperrung waren auch das Reitsportzentrum in Hohenjesar sowie die Gaststätte und Pension "Am Seeberg" betroffen.