Die Vertreter aller fünf Amtsgemeinden von Seelow-Land haben am Montag in der Beratung des Amtsausschusses in Niederjesar den Umzug der Amtsverwaltung beschlossen. Der soll voraussichtlich im August erfolgen - wenn der Vormieter, der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO) ausgezogen ist.
So viel Eintracht war man im Amtsausschuss von Seelow-Land zuletzt kaum noch gewöhnt. Noch im Februar hatte es im höchsten Gremium des Amtes Auseinandersetzungen zur Frage gegeben, wie man das Verwaltungssitz-Problem lösen solle. Nach dem Auszug des Diakonischen Werkes aus dem Gebäude in der Seelower Feldstraße war es für die "Kellerkinder" der Amtsverwaltung kalt geworden. Nun ist die Idee, die Mitarbeiter der Verwaltung in einem der beiden Häuser in der Feldstraße zu konzentrieren, vom Tisch: Die Vertreter der fünf Amtsgemeinden haben am Montag einstimmig dem Umzug der Verwaltung in den jetzigen Sitz des EMO an der Berliner Straße in Seelow zugestimmt.
Die Vermieterin des zum ehemaligen Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) gehörenden Verwaltungsgebäudes habe noch etwas von ihrer ursprünglichen Forderung abgelassen. Aber höher als bisher werde die Miete für den neuen Verwaltungssitz schon sein, erklärte Amtsdirektorin Roswitha Thiede vor dem Beschluss. Allerdings seien die "deutlich besseren Bedingungen" dies wert, meinte die Verwaltungschefin.
Wenn die EMO-Mitarbeiter am 1. Juni aus Seelow in ihren Strausberger Neubau umgezogen sind, können die Vorbereitungen für den Umzug der Amtsverwaltung von Seelow-Land beginnen. So müsse eine neue Telefonanlage installiert werden, nannte Thiede ein Beispiel. Sie rechnet damit, dass der Umzug im August erfolgen kann. Das Amt werde beide jetzt vom EMO genutzten Gebäude übernehmen. Auch den Flachbau auf dem Hof, in dem sich einst die Zulassungsstelle des Kreises befand, informierte Thiede. Das ermögliche die Konzentration aller Verwaltungsteile an einem Standort. Bislang sind das Archiv und die "Einsatzzentrale" für die Gemeindearbeiter ausgelagert.
So einhellig die Entscheidung für den Umzug, so verschieden sind dennoch die damit verbundenen Ansichten der Vertreter der einzelnen Amtsgemeinden. Während der Falkenhagener Hartmut Lietsch die Mietbindung von nur zwei Jahren dahingehend begrüßte, dass man dann wieder frei wäre für einen möglichen gemeinsamen Verwaltungssitz mit der Stadt Seelow, erklärte der Lietzener Bürgermeister Frank Kasper: "Für mich ist das kein Umzug für zwei Jahre. Das Thema Verwaltungssitz ist damit für längere Zeit für mich erledigt." Hintergrund ist die Idee sowohl der Seelower als auch der Seelow-Länder Verwaltungsspitze, einen Teil des leer stehenden ehemaligen Kaufhauses Stadtkern zum gemeinsamen Verwaltungssitz auszubauen.
Für den Umzug haben die Vertreter der Seelow-Länder Amtsgemeinden 30 000 Euro aus dem Amtshaushalt frei gegeben, die bislang mit einem Sperrvermerk versehen waren.