Im Mai hatte sie bei 6,8 Prozent gelegen. Im Juni vorigen Jahres lag sie bei 5,8 Prozent.
Die Zahl der Betriebe, die Arbeitsausfall anzeigen, geht zurück. Seit Beginn der Corona-Krise im März haben insgesamt 3995 Betriebe vorsorglich Kurzarbeit angezeigt, 86 davon im Juni. Nur ein Teil dieser Betriebe hat aber Kurzarbeit auch realisiert. Da die Betriebe bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit abzurechnen, liegen die Zahlen für kurzarbeitende Betriebe und die betroffenen Arbeitnehmer verzögert vor. Eine erste Hochrechnung für Ostbrandenburg und den Monat März wird es voraussichtlich Ende Juli geben.
Hoffnungsvolle Signale
Mathias Lemcke, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt, erklärt dazu: "Der Lockdown hatte den Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Frühjahr kalt erwischt. Viele Betriebe stellten nicht mehr ein oder zeigten Kurzarbeit an." Im Juni gebe es hoffnungsvolle Signale. So sei die Arbeitslosigkeit - wie für einen Juni üblich - zurückgegangen. Das liege zum einen daran, dass weniger Menschen ihren Job verloren haben. Zum anderen haben wieder mehr eine Arbeitsstelle gefunden. "Bei beiden Werten bewegen wir uns auf einem Niveau, das wir im Juni 2019 auch hatten", so Lemcke. Arbeitgeber fast aller Branchen stellen wieder ein, wenn auch noch vorsichtig. Zudem habe das Instrument der Kurzarbeit bisher Schlimmeres verhindert und Beschäftigung gesichert. Nun hänge vieles davon ab, wie sich die Konjunktur insgesamt entwickelt und welche Perspektive die Unternehmen für sich sehen. "Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, dass die finanziellen Hilfen zügig bei Arbeitgebern und Arbeitslosen ankommen. Parallel fahren wir die Vermittlung von Arbeitsstellen wieder hoch und beraten zu Weiterbildungsangeboten. Wer irgendwie kann, sollte die Zeit jetzt nutzen, um sich fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu machen. Das können wir im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes finanziell umfassend fördern. Je nach Qualifizierung und Betriebsgröße bis zu hundert Prozent", so Lemcke
Auf dem Ausbildungsmarkt hat der Endspurt begonnen. Noch etwa 900 Ausbildungsplätze sind zu haben, in vielen spannenden und zukunftsfähigen Berufen. Alle Schulabgänger, die noch keinen Plan haben, wie es nach dem Sommer weitergeht sollten Kontakt zur Berufsberatung zu suchen.
Weniger Anträge im Jobcenter
Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland erklärt: "Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 353 Kurzarbeitende und 289 Selbstständige bei uns ergänzend Leistungen aus der Grundsicherung beantragt. Momentan schwächt sich die Zunahme aber deutlich ab. Das betrifft auch die Zahl der Arbeitslosen, die wir betreuen. Dazu kommt, dass wir jetzt wieder mehr Stellenangebote unterbreiten und Weiterbildungen anbieten können. Die meisten Beratungen finden weiterhin telefonisch statt. Auch über unseren eService können unsere Kundinnen und Kunden ganz viele Anliegen unkompliziert von zuhause erledigen." Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder) ergänzt: "Junge Menschen treffen die Auswirkungen der Corona-Krise besonders. Sie sind überdurchschnittlich oft befristet beschäftigt und gehören damit zu den ersten, die entlassen werden oder deren Vertrag nicht verlängert wird. Auf der anderen Seite haben es gerade Berufseinsteiger – nach abgeschlossener Ausbildung oder dem Studium – schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen, wenn Unternehmen Neueinstellungen auf Eis legen. In der Jugendberufsagentur beraten wir betroffene Jugendliche ausführlich zu den nächsten Schritten. Trotz der schwierigen Situation gibt es Chancen. Ob Job, Weiterbildung, Studium, Ausbildung oder etwas ganz Anderes - gemeinsam finden wir heraus was passt."
Auf der Website www.zukunftklarmachen-ostbrandenburg.de sind alle Online-Lehrstellenbörsen auf einen Blick zu finden. Die Hotline der Berufsberatung bleibt weiter geschaltet: 0335/ 570 2201