Michael Karcher und Michael Buchheim sind bei den Kommunalwahlen 2014 für unsere Partei als Parteilose angetreten. Mit Zorn und Unverständnis nehme ich ihr Abstimmungsverhalten zur Kenntnis. Für einen Bürgermeister die Hand zu heben, der einer rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Partei angehört, entspricht nicht meinem linken Verständnis.
Es veranlasst den Kreisverband, sich von dieser Entscheidung zu distanzieren." Zu keinem Zeitpunkt werde die Linke Märkisch-Oderland Menschen unterstützen, die mit Halbwahrheiten, rassistischen Äußerungen und Handlungsschwerpunkten eine friedliche, offene und solidarische Gesellschaft verhindern wollen. Das gelte auch und vor allem für Detlev Frye. Der Landesvorstand der Linken Brandenburg betont, dass die beiden Stimmen für den AfD-Bürgermeister in Lebus nicht von der Linken kamen, sondern von Parteilosen, die über die Liste in die Gemeindevertretung gewählt wurden. Die Stadtverordneten Karcher und Buchheim wurden aufgefordert, ihre Mandate niederzulegen, so Landesgeschäftsführerin Anja Mayer.
Frank Schütz, CDU-Fraktionschef im Kreistag, erklärte: "Ich lehne eine Zusammenarbeit mit der AfD auf jeder politischen Ebene ab. Die Differenzen der Grundwerte sind für mich zu groß." Kristy Augustin, CDU-Kreisvorsitzende und Mitglied des Landtages, erklärte ebenso deutlich: "Die CDU Märkisch-Oderland distanziert sich klar von einer Unterstützung für Detlev Frye als Bürgermeister in Lebus. Sollte die Unterstützung auch vom CDU Stadtverordneten kommen, dann war dies seine persönliche Entscheidung, die nicht vom CDU Kreisverband getragen wird. Detlev Frye hat sich in der Vergangenheit mehrfach mit Äußerungen hervorgetan, die mit unserem Grundverständnis als christlich demokratische Partei unvereinbar sind. Wir nehmen die gesamte Entwicklung in der Stadtverordnetenversammlung Lebus mit großer Sorge wahr."
Frye, der im Bundestagswahlkampf Flüchtlinge öffentlich als "Invasoren" diffamiert hat, war von Monika Fritz (Bürger für Lebus) für die Wahl als stellvertretender Bürgermeister, der nun offiziell die Stadt präsentiert, vorgeschlagen worden. "Es geht um die Interessen der Stadt und nicht um eine Partei", sagte sie. Mehrere Abgeordnete unterstützten schon vor der geheimen Wahl diesen Vorschlag. "Wir als Linke schließen uns dem an", erklärte Michael Karcher. "Es braucht sich niemand zu rechtfertigen, dass er Mitglied der AfD ist. Das ist eine demokratisch legitimierte Partei. Und Detlev Frye hat sich mehr um die Sorgen unseres Ortsteils Mallnow gekümmerte als alle Bürgermeister bisher." Frye hatte zuvor an seine Abgeordnetenkollegen appelliert, ihre Entscheidung gut abzuwägen. "Sie wählen hier keine Partei, Sie wählen meine Person", betonte er. Jeder solle prüfen, wie viel AfD-Politik er bisher in der Stadtverordnetenversammlung vorgebracht habe. "Das tendiert gegen Null", sagte er. Was ihm Versammlungsleiter Joachim Naumann (CDU) bestätigte. "Hier wurde nie parteipolitisch diskutiert", bescheinigte er.
Frye war im September auch als Kandidat für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters in Seelow angetreten. Dort unterlag er allerdings gegen den Amtsinhaber Jörg Schröder und auch Mitbewerberin Judith Kroel klar.
Frye selbst wollte eine geheime Wahl. Bei Einstimmigkeit hätte die Wahl auch offen erfolgen können. Er stimmte als einziger dagegen, wollte so deutlich machen, dass jeder völlig frei entscheiden könne. Dass nach der Beratung mit Rainer Janz (Bürger für Lebus) ein weiterer Abgeordneter mit sofortiger Wirkung sein Mandat niederlegte, machte deutlich, dass nicht alle die derzeitige Entwicklung im Parlament mittragen. Neben Bürgermeisterin Britta Fabig und ihrer Stellvertreterin hatte im Oktober schon der Abgeordnete Peter Heye sein Mandat niedergelegt.
Bis zum 15. Januar können sich Kandidaten für die Bürgermeisterwahl bei der Wahlleiterin des Amtes melden. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und in Lebus wohnen.
Linken-Kreisverband distanziert sich von Entscheidung der Lebuser Stadtverordneten / CDU-Kreisverband in großer Sorge
Kandidaten für Bürgermeisterwahl können sich noch bis 15. Januar melden