Man sehe die Ostbahn zudem auch als wichtige grenzüberschreitenden Strecke. "Die Deutsche Bahn plant die Erneuerung der Eisenbahnbrücke in Küstrin-Kietz über die Oder", erinnert Schinkel. 2018/19 soll Baubeginn sein. Mit der polnischen Seite seien die Fahrpläne mittlerweile so abgestimmt worden, dass ein Teil der Züge in Kostrzyn Anschluss nach Gorzow hat. Alle Züge des Betreibers der Ostbahn - die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) - werden demnächst auch eine Zulassung für den Betrieb auf der polnischen Seite haben. Vorbereitet werde eine durchgehende Verbindung von Gorzow nach Berlin. "Damit werden Gorzow und die Metropole Berlin verbunden", betont Schinkel.   Es gebe schon einen grenzüberschreitenden Tarif für die Fahrgäste. Andere Strecken stünden derzeit nicht zur Verfügung. Die angeblich fehlende Relevanz für Güterverkehr entspreche schon gegenwärtig nicht den Tatsachen. Die derzeitigen Gütertransporte könnten auf keine Alternativstrecke ausweichen. Die steigende Nachfrage zeige sich auch darin, dass es seit dem letztem Fahrplanwechsel keine Betriebsruhe auf der Ostbahn mehr gibt, die Strecke 24 Stunden am Tage befahrbar ist. Ein Ausbau dieser grenzüberschreitenden Bahnverbindung hätte eine bessere Vernetzung wirtschaftlicher und touristischer Standorte zur Folge und würde zu einer Verlagerung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs auf die Schiene beitragen.
Der Landtag hat 2014 beschlossen, die Schieneninfrastruktur zwischen Brandenburg und Polen "zu einem modernen und leistungsfähigen Verkehrsangebot auszubauen". Auf der polnischen Seite hat die Verbindung Kostrzyn-Gorzow-Krzyz (Kreuz) den Status einer Staatsbahnstrecke und ist zweigleisig ausgebaut. "Wir werden weiter für eine Stärkung der Ostbahn wirken", versichert Schinkel. Jetzt liege der neuen Plan im Bundestag, der Ende 2016 endgültig entscheiden soll. Man werde auch die Bundestagsabgeordneten der Region um Unterstützung bitten.