Kathrin Göpfert erzählt in Bildern und Kästchen Geschichten von Menschen und Dingen. Einen Teil ihrer in den letzten Jahren entstandenen Arbeiten zeigt die Künstlerin derzeit im Café der Kienitzer Hafenmühle. Zur Vernissage fanden sich am Freitagabend Freunde und Bekannte der Berlinerin und Kunstinteressierte aus der Region zusammen.
Der Betreiber der kleinen Galerie, der Dichter und Fotograf Jörg Hannemann, lobte in seiner Laudatio: „Kathrin Göpfert ist eine herausragende Künstlerin. Sie zeigt Collagen und Objekte, die uns in eine fantasievolle Welt entführen.“

Märchenhafte Bilder

In der Schau dominieren einerseits quadratische Bildcollagen, in denen kolorierte Kinderfotografien in fantastische Märchenwelten eingebettet sind. Kathrin Göpfert bezeichnet diese Arbeiten als „Favole“, italienisch für Märchen zusammen.
Menschen, Wesen, ja selbst Dinge, tragen bei ihr metaphorisch Flügel. Die dargestellten Situationen lassen vielfältige Deutungen zu. Mal humorvolle, mal bedrohlich wirkende.
Den zweiten Bereich der Ausstellung prägen Objektkästchen – Small Boxes. In ihnen arrangiert Kathrin Göpfert Figuren und Gegenstände. Diese bilden, ähnlich wie in Bühnenbildmodellen, kleine Beziehungs- und Bedeutungsgruppen, zum Teil ganze Welten.

Die Welt in Kästchen

Zur Ausgestaltung der Kästchen sammelt die Künstlerin Minifiguren, Spielzeuge und Nippes auf Trödelmärkten und bei Bekannten ein. Auf Wunsch stellt sie für Kunstfreunde sogar eigene Small Boxes mit von ihnen ausgewählten persönlichen Gegenständen zusammen.
In beiden Kunstformen spiegelt sich die künstlerische Vita der Künstlerin: 1959 in Dessau geboren, absolvierte Kathrin Göpfert von 1979 bis 1982  ein Designstudium in Halle, bevor sie 1985 nach Italien ausreiste und in Rom an der Kunstakademie Bühnenbild studierte.
Sie arbeitete als Bühnenbildnerin, Übersetzerin und Illustratorin und kehrte 1992 nach Berlin zurück, wo sie als Bühnenbildassistentin am Maxim-Gorki-Theater tätig war. Nach der Fortbildung zur Computergrafikerin erstellte sie für Zeitungen und Theater Illustrationen, verfasste ein Kinderbuch, betreute Jugendtheateraufführungen. und unterrichtete an Schulen.

Die Geschichten hinter den Dingen

Die Künstlerin nahm sich in Kienitz viel Zeit für Gespräche mit ihren Gästen. Sie werde oft nach der Bedeutung ihrer Bilder und Collagen gefragt, Darauf könne sie nur antworten: „Sehen Sie die Geschichten hinter den Dingen und denken Sie sich selbst etwas dazu aus.“
Musikalisch wurde die Vernissage vom Duo Maria Thümmel und Timm Klotz umrahmt. Die Ausstellung in der Kienitzer Hafenmühle ist noch bis zum 31. Dezember, jeweils samstags und sonntags ab 12 Uhr, zu den Öffnungszeiten des Cafés zu sehen.