Sie hießen Erna Schneider, Olaf Pasenau, Horst Fischer oder Dora Brandt. Doch ihre Namen verloren sie, so wie auch ihre Heimat, ihre Eltern und Geschwister – die sogenannten Wolfskinder. Jahrzehntelang blieb ihr Schicksal unbeleuchtet. In einer bemerkenswerten Ausstellung im Foyer des Landratsamtes hat Vizelandrat Friedemann Hanke (CDU) am Montag eine Wanderausstellung „Wolfskinder“ eröffnet. Bis zum 12. Oktober können Interessierte mehr über die Wolkskinder aus dem einstigen Ostpreußen erfahren, sich in ihre Schicksale einlesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Kinder Ostpreußens von ihren Müttern getrennt. Sie waren heimatlos, irrten wochenlang durch die Wälder, wurden als „Faschisten-Kinder“ gejagt, als billige Arbeitskräfte genutzt, missbraucht, misshandelt und wieder ausgesetzt. Viele flüchteten bis Litauen, kamen durch Hunger und Krankheit um. Nur wenige fanden nach 1990 ihre Angehörigen. Der Verein Edelweiß-Wolfskinder wurde Anlaufpunkt für Betroffene.
Ausstellung „Wolfskinder“, bis 12. Oktober, Foyer des Landrats­amts