Da wird sogar der Bundesadler närrisch: Das Wappentier, das auf schwarz-rot-goldenem Untergrund die Kulisse der Bühne in der Neuhardenberger Turnhalle bestimmt, trägt die NCV-Narrenkappe. Die Neuhardenberger wollen in dieser Saison den Beweis antreten: Wenn sie regieren, wird Deutschland besser funktionieren. Doch die Beweisführung wird schwer werden. Denn die Staatsmacht wehrt sich.
Darauf weist zunächst der Sarg am Bühnenrand hin. Doch bevor er zum Einsatz kommt, schwingen die Blauen Funken gewohnt gekonnt die Beine, nimmt das Prinzenpaar dem närrischen Volk den Schwur ab, begeistern die Mariechen mit ihrem Medley. Die NCV-Minis tanzen als Vampire mit Biss. Und es gibt einen Gast-Auftritt: Vier junge Breakdancer, die "Crazy White Masks" (verrückte weiße Masken) aus dem Kinderring-Jugendklub zeigen, was sie drauf haben.
Nach einem amüsanten Einblick in den Politikbetrieb mit Klofrau Angie (alias Peter) auf dem stillen Örtchen des Bundestags hat der "Kardinal vom Windmühlenberg", Büttenredner Werner Hoffmann, seinen zweiten Auftritt an dem Abend - diesmal als Trauerredner. Der Carneval in Neuhardenberg wird zu Grabe getragen. "Die Amtsverwaltung hat uns mitgeteilt, dass die Umnutzung der Turnhalle nicht genehmigt worden ist und es hier keine weitere Veranstaltung von uns geben wird", erklärt NCV-Präsident Ralf Gehrke. Das Stammpublikum des Vereins ziehe nicht mit um, das habe einst ein Versuch in Platkow gezeigt. Und einen anderen geeigneten Raum gebe es in Neuhardenberg nicht. - Die NCV-Akteure und ihre Freunde aus dem Partner-Verein im rheinischen Buchholz verlassen, alle in Schwarz, den Saal.
Szenenwechsel: Im Lebuser Kulturhaus sind die Carnevalisten willkommen. Närrinnen und Narren aller Altersgruppen sind auch diesmal der Einladung des LCC gefolgt. Im riesigen, giftgrünen Spinnennetz unter der Saaldecke hängen Dutzende Krabbeltiere, sind Zauberbesen geparkt - der LCC lädt zum Hexentanz.
Den Reigen eröffnen Hexe Lebusina und ihre Schwestern, die sich beim Landen auf dem Schlossberg "Metallsplitter eingezogen" haben und auf einem Schrottplatz wähnten. In der Bütt erbittet Heidi (Rischkowski) Hexenbeistand, um mit den Männern fertig zu werden, das Jugendballett tanzt Feen-haft. Und die Lebuser Bänkelsänger singen Hohelieder auf ihr Städtchen und sein Kulturhaus.