Aus durch Corona-Krise
Der Verein ist geschrumpft. Es gibt keine aktive Fußballmannschaft mehr. Die jungen Mitglieder zogen sich immer mehr zurück. Den Ausschlag für die Entscheidung gab letztlich die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen. Denn damit mussten auch die beiden wichtigsten Veranstaltungen, die auf dem Areal jährlich stattfinden und eine Grundeinnahme sicherten, abgesagt werden.
Mit den Eintrittsgeldern allein lässt sich ein ordnungsgemäßer Betrieb nicht sichern. Neben den Betriebskosten kommen auch jene für Wasseruntersuchungen, Versicherung und Entsorgung hinzu. Die Verwaltung des Amtes Neuhardenberg hatte die Rechtmäßigkeit einer außerordentlichen Kündigung geprüft und sie für rechtlich korrekt bewertet, wie Fachbereichsleiter Tino Krebs den Gemeindevertretern erläuterte.
Für die Kommune bestand damit die Aufgabe, umgehend zu handeln, zumal gerade die Badesaison anläuft. "Wir sind froh, dass es nun so kurzfristig eine Lösung gibt", erklärte Bürgermeister Frank Kraft im Nachgang der Beratung. Drei Interessenten hatten sich auf die Ausschreibung des Amtes beworben.
Einen Kaufantrag habe es nicht gegeben, so Tino Krebs. Vor zwei Jahren war das schon einmal Thema im Gemeinderat. Doch die Gemeinde hat sich klar gegen einen Verkauf ausgesprochen. "Dann fehlt jede Möglichkeit der Einflussnahme", so der Abgeordnete Wolfgang Voegler.
Für ihn und die Mehrheit (eine Enthaltung, eine Gegenstimme) hatte das derzeit noch in Berlin lebende Paar, das in Märkisch-Oderland seine Wurzeln hat, das beste Konzept. Neben ihnen hatten sich ein vierköpfiges Frauen-Team aus Diedersdorf sowie ein Paar aus Wulkow bei Trebnitz beworben. Sie stellten sich nacheinander im nichtöffentlichen Teil der Beratung vor, erfuhren erst am Freitag vom Ausgang der Entscheidung.
Ganzjahresbetrieb geplant
Die Berliner überzeugten mit ihren Ideen, die sie vor allem für die langfristige Entwicklung des Areals erläuterten, sagte Kraft. "Sie haben nicht mal schnell was aufgeschrieben, sondern sich mit der Gemeinde und den Möglichkeiten beschäftigt", resümierte Wolfgang Voegler.
Beide kommen aus der Sportszene, wollen das Areal auch für Sportevents nutzen, dabei mit dem SV Preußen zusammenarbeiten und zudem stärker für Camping ausbauen. Geplant ist ein Ganzjahresbetrieb, einschließlich Versorgung. Der Pachtvertrag soll kommende Woche unterschrieben werden und vorerst bis Ende 2021 gelten.
Dann will die Gemeindevertretung bewerten, ob das Konzept aufgeht. Gesichert wird darin die bisher bestehende Unterverpachtung für Mitnutzer wie den Sportverein und die Tauchschule. Und auch die beiden Hauptveranstaltungen – der Oldtimer- und Teilemarkt des örtlichen Dorfclubs sowie das Bikertreffen der Frankfurter – werden gesichert. Der Vertrag tritt bereits zum 1. Juli in Kraft, ab 15. Juli soll der Betrieb starten.