In den Verarbeitungshallen auf dem Firmengelände zwischen Ortwig und Groß Neuendorf ist faktisch das ganze Jahr über (Saure-)Gurken-Zeit. Dann werden die auf den Gemüseflächen des Betriebes im Oderbruch angebauten Einlegegurken veredelt - zu Gewürz-, Knoblauch-, Pfeffer-, Senf- oder den beliebten Salz-Dillgurken. Letztere seien die "sauren Gurken aus dem Oderbruch", sagt Brauer.
Rund 2500 Tonnen der kleinen, schlanken Einlegegurken haben die Odega-Gemüseanbauer im vorigen Jahr geerntet. Damit sei 2012 ein durchschnittliches Gurken- und Kohljahr gewesen, resümiert der Odega-Chef. Denn das zweite Standbein in der Gemüseverarbeitung des Betriebes ist das Sauerkraut.
Die Gurkenernte war diesmal schon Mitte September und damit etwa einen Monat früher zu Ende als sonst. Denn dann kam eine Regenperiode. Rund 730 Tonnen der erntefrischen Gurken sind sofort in großen Behältern eingelegt worden. Sie werden nach Bedarf weiterverarbeitet, kommen in die Odega-Gurken-Eimerchen, die deutschlandweit in Märkten wie Netto und Edeka zu haben sind.
Bei Feinschmeckern sind die Salz-Dillgurken aus dem Oderbruch nicht nur wegen ihrer knackigen Konsistenz und dem guten Geschmack beliebt. Sie schätzen auch die Tatsache, dass sie ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden. Dafür ist die Haltbarkeit kürzer als bei Gurken im Glas.
Das Gros der bei Odega produzierten Einlegegurken geht zur Weiterverarbeitung in den Spreewald, nach Jüterbog oder Thüringen. Aber auch bis nach Finnland und Estland! "Die Finnen machen daraus eine Gurkenpaste", weiß Detlef Brauer. Außerdem sind die Groß Neuendorfer Gürkchen ein Grundstoff für die Kosmetikindustrie, die daraus Gurkencremes macht.
In den Ausbau der Verarbeitungslinie hat Odega im Vorjahr rund 800 000 Euro investiert. Dafür kam ein Anbau an die Produktionshalle, durch den sich die Fläche fast verdoppelt hat. Eine neue Linie zur Sauerkrautproduktion ging in Betrieb, es entstanden neue Sozialräume.