Einst war er der erste Deutsche im Weltall. Seither war er überall beliebt: Sigmund Jähn ist am Sonnabend im Alter von 82 Jahren in Strausberg verstorben. Diese Nachricht verbreitete sich seit Sonntagabend ins Windeseile.
Die Betroffenheit in Neuhardenberg, wo Sigmund Jähn viele Jahre gewohnt und gearbeitet hat, ist groß.   Das erklärte Uwe Hädicke, Geschäftsführer der Neuhardenberger Flugplatzgesellschaft Airport Edon. Sigmund Jähn war auf dem Flugplatz Marxwalde (heute Neuhardenberg) als Flugzeugführer im Jagdfliegergeschwader 8 stationiert. Er wohnte dort im Ort mit seiner Ehefrau Erika und ihren beiden Töchtern Marina und Grit von 1960 bis 1978. "Ich war acht Jahre alt, als er am 26. August 1978 an der Seite von Waleri Bykowski mit dem sowjetischen Raumschiff Sojus 31 als erster Deutscher in das Weltall startete. Er wohnte in der Nachbarschaft. Für uns war er der Held." Auf der Facebookseite des Flughafens schreibt Hädicke: "Ein großer Menschenfreund und Vorbild ist gestorben. Wir sind unendlich traurig. Ruhe in Frieden, lieber Sigmund Jähn!"
So empfinden viele in Neuhardenberg. Sein Leben lang blieb Jähn mit dem Ort verbunden, dessen Ehrenbürger  er am 20. Januar 2007 wurde. Enge Freunde wie Peter Löhrke hielten stets Kontakt. Viele Neuhardenberger und Bürger der Region haben ihn zuletzt beim großen Flugprojekttag am 1. August in Neuhardenberg erlebt, als er zu den Passagieren des Airbus 320 der in Stralsund beheimateten Fluglinie Sundair bei einem 45-minütigem Rundflug über Berlin von Neuhardenberg aus gehörte. "Sigmund Jähn hat sich stets erkundigt, wie es mit dem Ort weitergeht, wie wir mit den hier untergebrachten Flüchtlingen klarkommen und vieles mehr", sagt Uwe Hädicke.
Aber auch seitens des Heimatvereins sind Jähns Spuren in Neuhardenberg noch allgegenwärtig. Erst am Wochenende präsentierte man das neue Faltblatt zum Geschichtspfad  – und natürlich wird da auch auf das einstige Wohnhaus des Kosmonauten in der Ernst-Thälmann-Straße nebst kleiner Tafel an der Fassade des Gebäudes hingewiesen.
Kämpfer für den Flugplatz
"Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen. In wirklich tiefer Trauer. Wir verdanken Dir vieles, alles Gute für Deine letzte Reise!", schreibt Mario Eska, der Bürgermeister Neuhardenbergs auf seiner Facebook-Seite. Sigmund Jähn sei oft in Neuhardenberg gewesen, war ein toller Botschafter und Ehrenbürger und habe bis zuletzt versucht, auf die Flugplatz-Entwicklung Einfluss zu nehmen. "Er hat eine große Bedeutung für den Ort, selbst bei den jungen Leuten ist er ein echter Sympathieträger", sagt Eska. Ein Denkmal werde man für ihn in Neuhardenberg aber nicht aufstellen. "Das wäre nicht in seinem Sinne." Stattdessen legt die Gemeinde für vier Tage an vier Orten ein Kondolenzbuch aus, das danach die Familie erhalten wird. Zu finden ist es heute, ab 15 Uhr, bis Mittwoch, 22 Uhr, im Rewe, aber auch jeweils von 10 bis 16 Uhr am Donnerstag in der Amtsverwaltung, am Freitag im Heimatmuseum Alte Schule und am Samstag im Flugplatzmuseum.