Die Küstrin-Kietzer können sich auf einige Veränderungen gefasst machen. Ihr Ort wird zur Mega-Baustelle. Und zwar ab Februar. Dann werden Bäume gerodet und Gebäude abgerissen. Zwischen Schwarzem Weg und Oder-Straßenbrücke werden Flächen von Kampfmitteln beräumt.
Zuerst entsteht neuer Parkplatz
Details zum Bau der neuen Vorflut- und Oderbrücke der Ostbahn werfen Fragen auf. Zum Beispiel die nach den Bahnhofsparkplätzen. Bekanntlich plant die Bahn den kompletten Neubau des Parkplatzes in Küstrin-Kietz. Über 300 Parkplätze, darunter auch solche für Behinderte, sollen zunächst in der Brückenbauphase dafür sorgen, dass auch die Kostrzyner von dort aus bequem nach Berlin kommen. Denn die Strecke zwischen Küstrin-Kietz und Kostrzyn wird von Ende 2020 bis Ende 2022  komplett für den Bahnverkehr gesperrt.
Hartmut Schreiter, Leiter des Gesamtprojektes, erklärt: "Wir bauen zunächst den neuen Parkplatzbereich. Dort werden  die Gebäude abgerissen, Gehölz entfernt und vor allen Dingen die Munition beseitigt. Erst, wenn der Platz gebaut ist, kommt der jetzige Bahnhofsparkplatz an die Reihe." Erst danach werde es zur Sperrung der Bahnstrecke nach Küstrin kommen.
Die Munitionsbergung werde derzeit gerade ausgeschrieben. Es sei ein kolossales Vorhaben, betont Hartmut Schreiter, der sich auch mit der Geschichte seiner aktuellen Wirkungsstätte beschäftigt hat. Fest steht, dass der gesamte Baubereich des Parkplatzes, des Fußgängertunnels und der Bauplatz auf der Oderinsel noch mit Kampfmitteln aus der Zeit der heftigen Schlacht um Küstrin im Frühjahr vor knapp 75 Jahren belastet ist. "Wir werden ein bis zwei Meter tief in den Boden gehen und haben dabei rund 50 000 Kubikmeter Erde zu bewegen", macht er eine Vorstellung von der Aufgabe.
Allein der Umstand, dass einer der beiden Teile der 260 Meter langen neuen Ostbahnbrücke auf der Oderinsel, und zwar nördlich des Ostbahndammes, gebaut wird, macht deutlich, was dort in den kommenden Monaten vorbereitet werden muss. Der gesamte Nordteil der Oderinsel war lange Zeit wegen der Altlasten gesperrt. Dort befanden sich bis 1945 die Oderablage mit Gleis und Speicher, gab es einen Schlachthof und später eine Kläranlage. Das Gewerbegebiet wurde 1945 in Schutt und Asche geschossen.
Schanze wird abgedeckt
Der Fischereibetrieb von André Schneider muss zum Ende Januar seinen Stützpunkt auf der so genannten Schanze neben der Oder-Straßenbrücke räumen. Dort wird der Hauptlagerplatz für Material entstehen, sagt Hartmut Schreiter. Aber da sind noch die Lager der Odermalzfabrik im Boden. Man will bei der Munitionssuche nicht so sehr in die Tiefe gehen, sondern die Sicherheit durch Erdabdeckung erreichen. Sonst wäre der Aufwand zu hoch.
Der Oberbau der alten Ostbahnbrücke werde beim Abriss dokumentiert. Dann erfolge die Verschrottung, so Schreiter.