Es waren die Briefe, die der letzte Gutsbesitzer Sachsendorfs, Hans-Adolf Schmelzer, an einen einstigen Vorarbeiter Paul Krüger geschrieben hat und die dessen Sohn Kurt aufbewahrt hat, die Hans-Jürgen Schmelzer bewogen haben, einen dritten Erinnerungsband vorzulegen. Nach "Meines Vaters Felder" (2013) und "Verlorene Felder" (2016) beschäftigt sich "Verwaiste Felder" mit der Not in der Nachkriegszeit. Den Titel habe der Verlag erfunden, erklärt der 81-Jährige den vielen Gästen bei der Lesung in Friedersdorf. Damit soll nicht die Leistung der Generationen geschmälert werden, die dort nach 1945 gearbeitet haben. Er habe Respekt davor, was dort trotz des Sozialismus geleistet worden ist.
Bei dem, was Schmelzer vorliest, gibt es den bitteren Unterton, der vom Verlust des väterlichen Besitzes und den entgangenen Möglichkeiten spricht. Und doch ist auch dieses Buch wieder ein wichtiger Beitrag zur Heimatgeschichte.