Trotz landesweit verhängter Stallpflicht habe nicht verhindert werden können, dass in diesem Jahr bereits rund 90 000 Tiere aufgrund des H5N8-Virus getötet werden mussten. Die bestehenden Theorien zur Übertragung des Virus müssen hinterfragt werden.
Es sei dringend notwendig, nach den Quellen der Viren in der Geflügelwirtschaft zu suchen und nicht ausschließlich auf die Verbreitung des Virus durch ziehende Wildvögel hinzuweisen. Wahrscheinlicher sehe er, dass die Verbreitung des Virus durch die Waren- und Materialströme der industriellen Geflügelhaltung erfolge.
"Die Errichtung zweier weiterer Hähnchenmastanlagen in Sachsendorf und Golzow, in denen mehr als 180 000 Tiere gemästet werden sollen, erscheint vor dem Hintergrund der nun in Neuhardenberg ausgebrochenen Vogelgrippe absurd", steht für Sommer fest. "Wir benötigen nicht noch mehr Tiermastbetriebe, sondern endlich eine Agrarwende und eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung, denn sie ist nicht zukunftsfähig." Die starke Konzentration von Tieren in den Mastbetrieben sowie die Tierhaltungsbedingungen würden die Tiere anfällig für Krankheiten und Viren machen. Die industrielle Tierproduktion erzeuge nicht nur billigste Massenprodukte, sondern schade der Lebensqualität der Menschen und der Wirtschaft im ländlichen Raum.