Eine vollgeparkte Straße des Friedens und Gedränge am Eingang: Zum Besuch Gernot Schmidts (SPD) im Zuge seines Dialogforums "Mit dem Landrat im Gespräch" kamen am Donnerstagabend gut 80 Einwohner aus dem Dorf und den umliegenden Ortsteilen der Gemeinde Lindendorf ins Sachsendorfer Gemeindehaus.
Eingeladen hatte den Kreis-Chef der Sachsendorfer Ortsvorsteher Uwe Andreas. "Oft kommen Anregungen und Fragen von Bürgern, die wir nicht beantworten können. Daher habe ich heute mal alle zusammengeholt, um über Themen aus Sachsendorf und Werder zu sprechen", sagte er. Andreas begrüßte im Podium auch Amtsdirektorin Roswitha Thiede, Kämmerin Ute Bürger, Lindendorfs Bürgermeister Helmut Franz, Vize-Landrat Friedemann Hanke (CDU), Kreistags-Präsidentin und Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato (Die Linke) sowie Sewoba-Geschäftsführer Hans Peter Thierfeld.
Zuerst positionierte sich der Landrat zur Absage der Gemeinde Lindendorf zur Bildung eines Kragenamtes um Seelow. Er teile die Position von Bürgermeister Franz, wonach man das Abstimmungsverhalten Lindendorfs  ertragen können müsse. "Die Gemeinde entscheidet, welchen Weg sie gehen möchte, denn das ist kommunale Selbstverwaltung", betonte Schmidt. Letzteres forderte er mehrfach, auch mit Blick auf das Land, das immer mehr Mittel kürzt. So verstand er auch den ehemaligen Gemeindevertreter Christian Gehlsen, der sich beklagte, dass die Gemeinde kaum noch Geld habe. Wege aus der Schuldenfalle gebe es laut Bettina Fortunato im Ergebnisbericht der Entquete-Kommissionen. "Ich hoffe, das neue Parlament nutzt ihn", betonte sie. Der Landrat versprach, neben Treffen mit Bürgermeistern künftig auch die Ortsvorsteher mit heranzuziehen, auch, um über Fördermittel zu reden und welche zu besorgen.
Dass die Einwohnerzahlen steigen müssen, betonte Roswitha Thiede. Dafür aber fehle die Infrastruktur wie Bahnlinien, ebenso Buslinien in den Ferien, kam es aus dem Publikum. Thierfeld bot Unterstützung an, um marode Häuser aus der Dorfmitte abreißen zu können. Wann Sachsendorf ans Abwasser angeschlossen wird, fragte ein Gast. "Das passiert bis 2027 nicht",so Gemeindevertreterin Patricia Werner, die die Gemeinde im WAZ vertritt.
Spielplatz in Eigenregie
Das vorherrschende Thema war der marode Zustand der Sachsendorfer Ortsdurchfahrt. Mehrere Gäste machten dazu ihrem Ärger Luft. Problem: Es ist eine Landesstraße. Landrat Schmidt sagte seine Unterstützung zu, um endlich eine Sanierung zu erwirken. Praktische Hilfe zur Selbsthilfe verkündete am Ende der zweistündigen Runde noch Ortsvorsteher Andreas: Die Sachsendorfer bauen im Frühjahr, mangels bezahlbarer Firma, in Eigenregie allein einen neuen Spielplatz.