"Das wird bei uns sehr gut genutzt", informiert Seelows Grundschulleiter Karsten Handrick. Lehrer und Eltern stünden in gutem Kontakt. Denn gerade den Eltern kommt nun die Rolle zu, den Tagesablauf der Schüler so einzuteilen, dass auch ein Abarbeiten der Arbeitsblätter möglich ist.
Sie müssen zudem auch die speziellen Schrittfolgen gerade für die jüngsten Schüler kennen. In der 5. und 6. Klasse arbeitet Mathelehrer Olaf Maerker mit der Zoom Room-App, die Videokonferenzen mit der ganzen Klasse ermöglicht. "Eingerichtet hat mir das mein Sohn. Es funktioniert prima. Ich vergebe dafür Passworte und lade die Schüler zu den Konferenzzeiten ein", erklärt er.
Videos für Erstklässler
So sei es möglich, dass Schüler Fragen stellen können und er Aufgaben kontrollieren kann. "Vor allem aber macht Schülern die Arbeit mit dem Programm auch Spaß. Und sie sehen sich mal wieder", sagt Maerker, der gerade Volumen- und Oberflächenberechnungen im Lehrplan hat.
Auch die Golzower Grundschule arbeitet seit Monaten mit der Webcloud. Doch die Kapazität ist so knapp bemessen, dass große Dateien wie Videos nicht hochgeladen werden können. "Wir nutzen in bestimmten Fällen dafür einen Youtube-Kanal", informiert Schulleiterin Gabriela Thomas. Sie freut sich, wie kreativ ihr gesamtes Lehrerteam an der Umsetzung der ungewöhnlichen Aufgabe ist. "Besonders in der ersten Klassen kommt es ja darauf an, dass viel gezeigt wird." Deshalb hat Lehrerin Annette Nielsen für ihre Abc-Schützen Videos aufgenommen, die den Kindern das Erfüllen der Aufgaben erleichtern. Die Filme lassen sich zum Üben immer wieder anhalten und wiederholen. Auch für Musik gibt es Videos.
In Manschnow startet die Cloudnutzung am Montag. Bislang nutzen die Schüler die Ablagen im Schulflur, um sich die Aufgabenzettel abzuholen. In einen großen Briefkasten, der täglich um 12 Uhr geleert wird, kommen dann die fertigen Aufgabenzettel. "Lehrer und Eltern stehen per E-Mail für Rückfragen in Kontakt", erklärt Manuela Wills, die amtierende Schulleiterin. Wie in anderen Schulen, wird auch in Manschnow den Eltern geholfen, die weniger technische Voraussetzungen haben. Sie können den Schuldrucker nutzen. Mathelehrerin Katrin Altwig schreibt für die Eltern Extrabriefe, um ihnen die Begriffe und Rechenwege zu erläutern. Manche Lehrer haben zudem Telefon-Sprechzeiten für Eltern eingeführt.
An der Dolgeliner Grundschule "Jozef Vervoort" hält Schulleiterin Anke Riedel mit ihrem Team vom Schulgebäude aus neben Telefon auch per Internet weiter Kontakt zu den Schülern. Den Zugang zur Webcloud findet sich auf der Internet-Seite der Schule. Dort gibt es aber unter "Aktuelles" noch viel mehr zu entdecken. So sind Galerien angelegt, die Bilder von den Blumen und sogar  vom Storch zeigen, damit die Schüler aus der Ferne wissen, wie es auf dem Schulhof aussieht.
Kinder-Grüße auf Schulseite
Auch Aufnahmen der Lehrer am PC sind zu sehen, ebenso Grüße der Kinder an die Senioren und gemalte Regenbogen. Täglich veröffentlicht werden auch Fotos und Botschaften von Schülern – wie sie daheim lernen, und sich vermissen. Anke Riedel hat am Donnerstag in ihrer Schul-Info Nr. 19 auf den Tag des Buches verwiesen. "Ich weiß, dass es unter euch viele Leseratten gibt. Vergesst also auch neben der vielen Arbeit das Lesen nicht. Einige Klassen haben ja von ihren Deutschlehrern Lesestoff erhalten. Aber nehmt euch auch einmal euer Lieblingsbuch oder eine Zeitschrift vor und lest, was euch gefällt. Viel Spaß dabei!"