Zwei große Fahrzeuge des Entsorgungsunternehmens Alba Südost-Brandenburg sind startklar. Heute steht in Seelow und Umgebung eine Sperrmülltour auf dem Programm. Sie führt über Diedersdorf, Neuentempel und Werbig bis nach Falkenhagen und Zeschdorf.
"Wir fahren täglich 25 bis 45 Stationen pro Tour an. Im gesamten Landkreis sind pro Tag zwei Fahrzeuge für Sperrmüll und ein bis zwei Fahrzeuge für Elektroschrott im Einsatz", erklärt Bernd-Rüdiger Worm, Geschäftsführer von Alba Südost-Brandenburg.
Detlef Krahn steuert an diesem Tag das Transportfahrzeug für Elektroschrott. Seine Kollegen Matthias Gödicke und Sylvio Warstat fahren mit dem Sperrmülltransporter voraus. Der 60-jährige Krahn hat 1978 bei der Müllabfuhr Seelow angefangen. Seit 2005 ist er für Alba im Einsatz. Nach wenigen Minuten erreichen die Fahrzeuge den ersten Stopp auf der heutigen Tour - in Diedersdorf. Krahn hat auf einem Klemmbrett ein Blatt mit einer Tabelle, das die einzelnen Haltepunkte mit Straße und Hausnummer zeigt. 33 sind es heute.
Schon von Weitem taucht der erste Berg Sperrmüll am Straßenrand auf. Der Konvoi hält und die Männer steigen aus. Eine alte Lampe mit einem pinkfarbenen Schirm fällt sofort ins Auge. Der erste Elektroschrott des Tages. Außerdem sind Teile einer Kinderzimmereinrichtung zu erkennen und ein kaputter Kinderwagen. Einige leere Farbeimer mit festen Farbresten und zwei blaue Säcke mit abgerissener Tapete sortiert Krahn aus. "Die Eimer und Tapeten gehören in den Hausmüll", sagt er.
Jede Abholung muss rechtzeitig vorher angemeldet werden (siehe Infokasten). "Alba ist für den Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO) als so genannter drittbeauftragter Entsorger für das Einsammeln des Sperrmülls im Landkreis zuständig. Als Sperrmüll definieren wir die in einem Haushalt anfallenden beweglichen Gegenstände, die nach zumutbarer Zerkleinerung nicht in den Hausmüll passen. Pro Jahr werden drei Abholungen je Haushalt durch die Grundgebühr abgedeckt", erklärt Angela Friesse, die Werkleiterin des kreislichen Entsorgungsbetriebes.
Krahn und seine Kollegen stoppen in Neuentempel. Auch hier finden sie jede Menge zerlegter Möbel. Die Männer werfen die großen, sperrigen Teile in die Presse, die sich im Inneren des Sperrmülltransporters befindet. Die Luke ist am Heck.
Elektroschrott ist heute kaum dabei. Nur ab und zu muss Krahn einen kleineren Röhrenfernseher oder eine aussortierte Lampe auf sein Fahrzeug laden. "Es gibt polnische Gruppen, die den Elektroschrott nachts einsammeln. Ich frage mich nur immer, woher die wissen, wo der Sperrmüll rausgestellt wird", wundert sich Krahn. Schließlich verlaufe die Anmeldung über den EMO.
Die Bürger erhalten innerhalb von vier Wochen, spätestens aber eine Woche vorher, die Information darüber, wann bei ihnen der Sperrmüll abgeholt wird.
Die Männer sind noch bis zum späten Nachmittag beschäftigt. Der in Märkisch-Oderland eingesammelte Sperrmüll landet zur Weiterverarbeitung bei der Firma Eurologistik in Massen bei Finsterwalde (Landkreis Elbe Elster).
"Sperrmüll bedeutet nicht, dass wir eine komplette Haushaltsauflösung vornehmen. Ein Umfang bis zirka drei Kubikmeter ist normal. Manchmal stellen die Bürger ihren Sperrmüll schon vor die Tür und rufen dann an und bitten um einen Termin. Das geht natürlich nicht. Der Sperrmüll ist erst einen Abend vor der Abholung vor die Tür zu stellen", erklärt Angela Friesse.