Manche Ergebnisse rücken nicht sofort in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wie etwa die vielen deutsch-polnischen Begegnungen im Schloss, das Miteinander von Vereinen und Kommunen beiderseits der Oder oder die Ideenbörsen des Oderland-Jugendrates, in denen die jungen Leute deutlich machten, was sie sich für ihre Region wünschen. Manche Projekte wiederholen sich. All das soll künftig nicht nur in Projektformularen abgerechnet, sondern aufbewahrt und für künftige Vorhaben genutzt werden.
Die Begegnungsstätte baut derzeit ein "Zentrum für Transnationale Partizipation in der deutsch-polnischen Grenzregion" auf. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich der Anspruch, künftig Anlaufstelle zu sein für all jene, die grenzübergreifend arbeiten wollen, seien es Vereine, Kommunen, Jugendgruppen, Pädagogen oder auch Wissenschaftler. Die EU fördert den Aufbau des Zentrums, das den Status der Bildungsstätte deutlich aufwertet.
Wissenschaftler, zum Beispiel der Unis Posen und Hamburg, begleiten den Prozess. In der alten Remise, die 2014 restauriert wird, entsteht ein Archiv für das Zentrum. "Viele Akteure wissen nicht, was es entlang der Grenze bereits alles gibt", erklärte Bildungsstättenleiter Darius Müller zum Gründungsauftakt. Man wolle die vielen Aktivitäten vernetzen, eine Praxisberatung anbieten, die Bildungsarbeit forcieren und der Wissenschaft Material für Forschung bieten. Auch eine Publikationsreihe ist geplant.
In vier Arbeitsgruppen wurden erste Pläne geschmiedet, um die Chancen als Grenzgebiet besser zu nutzen. Zum Beispiel für mehr schulische Begegnungen. Schulen haben Partner in Frankreich, im Senegal oder Japan, der Blick ins nahe Polen ist mitunter verstellt. Trebnitz könnte künftig aber auf aktuelle Themen der Grenze reagieren - wie etwa zur Sicherheit - und Akteure beiderseits der Oder zusammenführen.