Seit 2009 beträgt die Grundgebühr pro Person in einem Haushalt 15,24 Euro. An dieser Summe wird auch im kommenden Jahr nicht gerüttelt, erläuterte Angela Friesse, Werkleiterin des kreiseigenen Entsorgungsbetriebes, im Kreisausschuss. Auch bei Wochenendgrundstücken bleibe es bei der Jahresgebühr von 7,68 Euro.
Leicht ansteigen werden hingegen die Ziehungsgebühren und zwar um einen Cent je Kilogramm gegenüber diesem Jahr. Das heißt, pro Kilo Abfall bezahlen die Märkisch-Oderländer ab kommenden Jahr 0,13 Euro. Um fünf Cent teurer werden auch der Abfallsack und die Banderole. Die größte Steigerung gibt es in der Behälterwechselgebühr. Sie steigt von 7,57 auf 7,97 Euro.Als Grund nannte die Werkleiterin die Preisanpassung, die die Entsorger per Vertragsbedingungen fordern können. Es sei die erste Anpassung seit Bestehen der neuen Verträge. Wer sich die explodierenden Kosten für Kraftstoff vor Augen hält, der dürfte wenig überrascht sein.
Angela Friesse machte aber auch deutlich, dass die Erhöhung durchaus höher hätte sein können. Immerhin 611 488 Euro hat der kreiseigene Betrieb durch Verkaufserlöse bei Papier eingenommen. "Dieses Geld kommt den Gebührenzahlern zugute", erläuterte die Werkleiterin. "Deshalb achten wir darauf, dass die Bürger das Papier in unseren blauen Tonnen entsorgen."
Auch Rückstellungen für die Rekultivierung der Deponien in Neuenhagen, Wriezen und Seelow kommen den Gebührenzahlern zugute. Das ist jenes Geld, das aus den Gebühren der Bürger einst einbehalten wurde, um die Rekultivierung und die 30-jährige Nachsorge zu finanzieren. Wird nicht alles dafür ausgewiesene Geld benötigt, fließt es nicht in den Kreishaushalt oder andere Kanäle, sondern wird bei der neuen Gebührenkaluklation wieder gegengerechnet. Für 2013 konnten mit den nicht benötigten Geldern immerhin 1,1 Millionen Euro in die neue Kalkulation einfließen. Auch vom Dualen System Deutschlands, das in Märkisch-Oderland die Gelben Tonnen und Säcke einsammelt, kamen 267 781 Euro, die ebenfalls die Gebühren für das kommende Jahr niedrig halten.
Noch keinen Einfluss wird das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz im nächsten Jahr haben, betonte Angela Friesse auf Abgeordnetennachfrage. Ab 1. Januar 2015 sollen laut Gesetz zusätzlich für jeden Haushalt Bio- und Wertstofftonnen aufgestellt werden. Das werde nur erfolgen, wenn sich das als wirtschaftlich sinnvoll erweist, sagte sie. Noch in diesem Jahr soll dem Kreistag ein Abfallwirtschaftskonzept vorgelegt werden. Es enthält auch Antworten auf diese Frage.
"Der Entsorgungsbetrieb erfüllt einen wichtigen Teil der Daseinsvorsorge für unsere Bürger", sagte Bauausschussvorsitzender Klaus Otto (Linke). Er sei nicht auf Gewinn orientiert. Er bescheinigte dem EMO eine gute Arbeit. Sowohl der Bau- als auch der Werksausschuss hatten die Satzung für 2013 beraten und abgesegnet. Die Zustimmung des Kreistages, der am 17.Oktober berät, gilt als sicher.