Die Freude der Eltern sei riesig, berichtet die Leiterin der Wulkower Kita "Grashüpfer". Sie hatte die Mail aus der Lebuser Amtsverwaltung mit der Information über die Regel-Öffnung aller Kitas ab Montag und dem angehängten ergänzten Muster-Hygieneplan am Donnerstag Nachmittag erhalten.
Von einem "sehr eng gestrickten Zeitplan" spricht auch der Lebuser Amtsdirektor Mike Bartsch in dem Zusammenhang. Der Rahmen-Hygieneplan sei als Empfehlung zu verstehen, die Kita-Leiter seien letztlich für die Umsetzung zuständig, so der Verwaltungschef. Bartsch sagt: "Ob das praktikabel ist, weiß niemand."
Dass das sonst allgemein geltende Abstandsgebot in Kitas nicht eingehalten werden kann, ist inzwischen auch dem Gesetzgeber klar. Er formuliert bestimmte Mindestanforderungen zum Infektionsschutz und lässt selbst dabei Gestaltungsspielraum. Verpflichtet sind die Einrichtungen lediglich dazu, die Eltern einmalig unterschreiben zu lassen, dass sie keine Kinder mit Covid-typischen Krankheitssymptomen oder bei Krankheitsfällen in der Familie in die Kita bringen.
"Im Wesentlichen wird es bei uns bei den bisherigen Hygiene-Maßnahmen bleiben", sagt Solveig Schramm: Die Eltern geben ihre Kinder an der Eingangstür ab und holen sie dort ab. Häufiges Händewaschen ist längst  usus. "Das machen die Kinder sogar richtig gern und spornen sich gegenseitig an, es nicht zu vergessen", so die Kita-Leiterin. Auch das Niesen in die Ellenbeuge klappt inzwischen. "Das haben sich die Kleinen von den Großen abgeschaut", weiß Schramm.
Die Anweisung, dass sie und ihre Kollegen die Kinder mit Gummihandschuhen wickeln sollen, verwundert die Kita-Leiterin: "Das machen wir auch ohne Corona schon lange so", sagt sie. Mit der Regelöffnung kommt für die 43 "Grashüpfer" wieder die reguläre Öffnungszeit von 6.30 Uhr bis 17 Uhr statt bisher 16 Uhr. Statt sechs dürfen wieder zehn Kinder in der Krippengruppe sein.
Im "Zwergenland" im benachbarten Mallnow sind schon seit zwei Wochen alle 31 Kinder wieder an Bord. Für sie galt entweder die Notbetreuungs-Richtlinie, es handelte sich um ein Geschwister- oder Vorschulkind, erklärt Kita-Leiterin Petra Ertel. Sie und ihre Kolleginnen wissen  manches, das im Hygiene-Rahmenplan steht, längst aus Erfahrung. Zum Beispiel, dass zarte Kinderhaut kein Desinfektionsmittel verträgt. "Als die ersten ganz am Anfang von Corona davon Ausschlag bekamen, haben wir damit aufgehört", erzählt die erfahrene Kindergärtnerin. Als Älteste im Team gehört sie eigentlich zur Risikogruppe. Doch Petra Ertel winkt ab. Sie setzt auf Vernunft.
Die Erzieherinnen im "Zwergenland" bemühen sich, dass die Gruppen getrennt bleiben. "Gott sei dank ist unser Spielplatz schön groß", sagt die Kita-Leiterin.