Kreiskämmerer Rainer Schinkel skizzierte den Haushalt. Die Kreisumlage wurde mit 40,1 Prozent festgelegt. Mit dem Kreisentwicklungsbudget wurde darauf reagiert, dass die Finanzkraft der Gemeinden unterschiedlich ist, wobei ein vollständiger Ausgleich struktureller Unterschiede nicht möglich ist. Aus dem Fonds können Kommunen Geld beantragen, um Fördermittel zu kofinanzieren.
Im Kreishaushalt stehen rund 337,4 Mio. Euro an Einnahmen 342,2 Mio. Euro an Ausgaben gegenüber. Der Kreis wird Kredite aufnehmen, um die geplanten Schulneubauten, das Gymnasium Strausberg (30 Mio. Euro) und die Förderschule Neuenhagen (31,2 Mio. Euro) zu finanzieren. Zwei Drittel des Kreishaushaltes sind Leistungen im Jugend- und Sozialbereich, insgesamt 219,9 Mio. Euro, so Schinkel. Die Personalkosten machen 51 Mio. Euro aus.
Jahresempfang MOL 2020

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Zum anschließenden Jahresempfang konnte die Kreistagsvorsitzende Bettina Fortunato (Linke) viele Gäste, aus Politik und Wirtschaft, Bildung und Ehrenamt begrüßen. So waren der Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwirtz (CDU) und die Landtagsabgeordneten Kristy Augustin (CDU) und Jörg Vogelsänger (SPD) sowie Kulturministerin Manja Schüle zu  Gast. Mit Dagmar Pohle war die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf ebenso nach Seelow gekommen wie Frankfurts Stadtoberhaupt René Wilke. Michael Buhrke vom Landkreis Oder-Spree sowie Gorzows Landrat Michal Wasilewski und Myslyboz’ Landrat Andrzej Potyra wurden begrüßt. Bettina Fortunato verwies auf den 75. Jahrestag der Befreiung vom Fasschismus: "Wir, die Nachgeborenen, haben die Verantwortung übernommen, uns für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen, ganz egal, an welchem Ort wir leben, welche Profession wir haben und was wir für die Zukunft planen."
Landrat Gernot Schmidt (SPD) bezeichnete die Investition in Höhe von 200 Mio. Euro in den Breitbandausbau als "Schlüssel für die neue Moderne". Mit dem Ausbau der Förderschule Neuenhagen tätige der Kreis eine der größten Bildungsinvestitionen im Land. Beim Thema Schulentwicklung nahm Schmidt Stellung zu den Debatten über die Oberschulinvestitionen  in Altlandsberg und Fredersdorf/Vogelsdorf. "Ein Verhakeln in Bedenken wird es mit dem Landkreis nicht geben." Die Entwicklung im Berliner Umland stelle den Kreis vor neue Herausforderungen.
Die Frage, wie es mit dem Seelower Krankenhaus weitergeht, werde der Kreis noch im ersten Halbjahr beantworten. "Kommunale Daseinsvorsorge übernimmt Verantwortung da, wo sie notwendig ist. Und dass wir die Kraft für diese eigenständige Investitionen haben zeigt, dass die Entscheidung richtig war." Schmidt erinnerte in diesem Zusammenhang an den Kauf des Moorbades Freienwalde und die Rekommunalisierung des Rettungsdienstes.
Auch der Landrat bezog sich auf den 75. Jahrestag des Kriegsendes. Die Aufführung der Leningrader Sinfonie am 15. Mai in Seelow setze ein Zeichen, so Schmidt. Wie bereits in Kienitz betonte er, dass es dabei auch darum gehe, "als Suchende die unterschiedlichen Wahrheiten zu finden: "Wir haben die Würde des Ostens hochzuhalten. Dafür steht ja auch diese Sinfonie, für die Würde Russland und seiner Menschen und dem, was sie erleiden mussten", so der Landrat.

Für ihr Engagement geehrt:

Rosemarie Behnke (Neuhardenberg) und Wolfgang Bartsch(Letschin) für ihr Engagement im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge,

Dr. Erika und Gerhard Schwarz (Rehfelde) für ihre lokalhistorischen Forschungen

Martin Rogge (Küstrin-Kietz) für sein Engagement als langjähriger Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Küstrins

Dieter Süßbier (Kruge/Hohenfinow) für sein Engagement im Fußballbreitensport, besonders für Titania Kruge

Benny Zahn und Nicole Busse vom KSB für ihr Engagement bei den deutsch-polnischen Kita-Olympiaden im Kreis

Anke Ellermann, Johanna und Luise Dinter und Davis Kegel für die 72-Stunden Aktion "Graffiti" im Jugendclub Petershagen

Janina Greve (Johanniter-Schulen) und Hassan Abdul Fadl (JUH) für die Initiative "Begegnungen genießen"

Zorana Musikic und Katinka Brundiers vom Kunst- und Familienhaus Waldsieversdorf für das Walddorado Festival