Der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland (EMO) verschickt in diesen Tagen an 75 000 Gebührenzahler des Landkreises Informationsbriefe. Bewohner, die es wünschen, können sich 2019 eine Biotonne aufstellen lassen. Das Ganze geschieht auf freiwilliger Basis.
„Ich brauche keine Biotonne“, erklärt ein Leser aus der Gemeinde Letschin am MOZ-Telefon. Er wisse gar nicht, was er mit dem Brief des Entsorgungsbetriebes anfangen soll. Letztlich braucht er gar nichts tun, wenn er das Angebot nicht wahrnehmen will, betont Werkleiterin Angela Friesse. Wer sich den Brief genau durchliest, erfährt alles, was er zum Thema Biotonne wissen muss. „Im Brief des Letschiners steht, dass er nicht reagieren braucht, wenn er keine Biotonne haben möchten“, betont Angela Friesse. „Er braucht dafür auch nicht bei uns anzurufen.“ Wobei vom Entsorgungsbetrieb zwei verschiedene Briefe verschickt wurden. Der Kreis wurde quasi aufgeteilt – aktive Abmeldung und aktive Anmeldung. Das heißt: Bürger fast aller Kommunen im Altkreis Strausberg erhalten ab Juni 2019 automatisch eine Biotonne aufgestellt. Es sei denn, sie melden sich aktiv ab, schicken die dem Brief beigefügte Postkarte an den EMO oder melden dies auf der angegebenen E-mail-Adresse. Bürger der Ämter Barnim-Oderbruch, Falkenberg-Höhe, Golzow, Lebus, Märkische Schweiz, Neuhardenberg und Seelow-Land sowie der Gemeinden Fredersdorf, Letschin und der Städte Seelow, Wriezen sowie Müncheberg müssen aktiv werden und entsprechend per besagter Karte oder E-Mail ihren Bedarf anmelden.
Der kommunale Entsorgungsbetrieb ermittelt mit den jetzigen Schreiben zunächst einmal den Bedarf. „Uns ist klar, dass der im ländlichen Bereich deutlich geringer ist als in den dichten Siedlungsgebieten“, weiß die EMO-Chefin. Das habe auch der Modellversuch ergeben, der im März 2016 in vier Orten startete und noch immer läuft. Der EMO indes hat keine Wahl, muss dieses Angebot künftig gewährleisten. Eigentlich sollte aufgrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes schon ab 2015 flächendeckend die Biotonne eingeführt sein. Das Land mahnte den Kreis wiederholt, dies auch zu tun. Daraufhin gab es zunächst den Modellversuch. Er sollte Erfahrungen und belastbare Analysen liefern. Im Laufe des Versuchs schlossen sich im dicht besiedelten Fredersdorf/Vogelsdorf dem Projekt an, orderte beim EMO eine Tonne. „Weil vielen erst mit den Einführung klar ist, dass es sich nicht um eine Specki-Tonne handelt“, so Angela Friesse. Vielmehr gehe es auch um Grünabfälle, für die auf kleinen Grundstücken kaum Platz genug ist, um sie kompostieren. Wer die Tonne als solche nutzt, der braucht auch im Sommer keine Angst vor einer Madeninvasion haben, erklärt die Werkleiterin bezüglich einer Leseranfrage aus Bad Freienwalde.
Für die Aufstellung werden im ersten Jahr keine Gebühren erhoben. Die Entleerung kostet 1,43 Euro bei einer 80-Liter-Tonne, 2,14 Euro bei 120-Liter und 4,29 Euro bei 240-Liter – deutlich weniger als die Entleerung der Hausmülltonne. Die kann damit entlastet werden. Der Werksausschuss hat das Vorgehen in seiner jüngsten Sitzung abgesegnet.
Alle Infos unter www.maerkisch-oderland/abfallentsorgung