Die von der jüngsten Eiszeit geformten, sehr heterogenen, vorwiegend jedoch sandigen Böden in der Lietzener Jungmoränenlandschaft sind ein hervorragendes Untersuchungsgebiet für mobile Bodensonden. Davon konnte Zalf-Mitarbeiterin Monika Joschko ihre Kollegen vom Leibnitz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim überzeugen. Am Mittwoch stellte Michael Schirrmann erste Ergebnisse der seit 2012 laufenden Untersuchungen mit den Sonden vor.
Diese sind zwar nicht in Brandenburg, sondern in den USA entwickelt worden. "Aber den kombinierten Einsatz gleichzeitig mehrerer Sensoren erforschen und erproben wir erstmals gemeinsam mit Kollegen der Eberswalder Fachhochschule", erklärt Schirrmann.
Anschaulich hat er den in Lietzen versammelten Teilnehmern des Feldtages aus Wissenschaft und Praxis gezeigt, was die Sensoren, die die elektrische Leitfähigkeit, den PH-Wert sowie das Profil einzelner Bodenabschnitte ermitteln, vermögen: Das dichte Netz an Messpunkten lässt auf den Karten, die im Ergebnis gezeichnet werden, ein klares räumliches Bodenmuster erkennen. Das erspart den Bauern die aufwändige Entnahme von Bodenproben und deren Analyse. "Die Informationen lassen sich zum Beispiel direkt für eine differenzierte, effektive Kalkdüngung nutzen", macht Michael Schirrmann deutlich.
Doch der Dünger ist nur ein Aspekt, der Wissenschaftler und Praktiker im Zusammenhang mit der "Bodenfruchtbarkeit und Humusdynamik auf sandigen Standorten", dem Thema des diesjährigen Lietzener Feldtages, interessiert. Den hatte neben der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, der Komturei Lietzen und dem Müncheberger Zalf erstmals die Zalf-Tochter agrathaer GmbH mit ausgerichtet.
Auf großes Interesse stieß der einleitende Erfahrungsbericht von Jens Petermann. Der Chef der Produktivgesellschaft Dannenberg hatte 2007 ein schockierendes Erlebnis: Nach einem Starkregen, "über den wir heute lachen würden", wie der Landwirt sagt, zeigten die Böden seines Betriebes starke Erosionserscheinungen. Dabei hatten Petermann und seine Mitstreiter den Feldbau nach bestem Wissen und Gewissen - und gemäß der Ratschläge diverser Experten betrieben. Was war falsch gelaufen? Warum war die Fruchtbarkeit der Böden gesunken, der Humusgehalt niedrig?
Jens Petermann begab sich auf Ursachenforschung, wälzte Fachliteratur, stieß auf Erfahrungsberichte anderer Landwirte. Und stellte daraufhin die Bodenbearbeitung und das Anbausystem in seinem Betrieb um. Auch wenn er dabei anfangs noch "Lehrgeld zahlen" musste, wie der Dannenberger sagt, weiß der Landwirt inzwischen: "Eine permanente Bodenbedeckung ist zum Schutz vor Austrocknung und Erosion wirksam und die permanente Durchwurzelung des Bodens durch Direkt- und Untersaat der Bodenfruchtbarkeit sehr zuträglich", berichtete Petermann den Teilnehmern des Feldtages. Denn die Wurzelausscheidungen lassen den Boden und speziell die Organismen darin aufleben.
Bei der abschließenden Begehung des Versuchsfeldes bei Lietzen erläuterte Dietmar Barkusky vom Zalf unter anderem die ersten, viel versprechenden Ergebnisse der Versuche mit dem so genannten Strip Till (Streifenbearbeitung)-Verfahren mit Einzelkornsaat mit Raps.