Es ist nasskalt, windig – einfach ungemütlich. Die Frauen und Männer der Golzower Feuerwehr können trotzdem lachen. „Dicke Sachen und Stiefel an, dann geht es schon“, versichert Astrid Kranich. Seit Stunden sind die Blauröcke an der Straße zwischen Bahnhof und Ortslage zugange. Am Morgen kam ein Schlauchwagen des Feuerwehrtechnischen Zentrums aus Strausberg. 
„2400 Meter Schläuche liegen jetzt hier, zwei Leitungen mit jeweils 1200 Metern“, erklärt Marco Zich. Wie eine Riesenschlange winden sich die Schläuche am Straßenrand.
Schon zweimal war die Golzower Wehr in der Heimkehrersiedlung in diesem Jahr im Einsatz. Noch immer liegt ein Sandsackdeich, der die letzte Häuserreihe vor dem Wasser vom angrenzenden Feld schützt. Jetzt hat sich das Nass neue Wege gesucht. Ein riesiger See steht auf den Flächen zwischen der Siedlung und der Straße, die nach Gorgast führt. Die Anwohner haben weiter Wasser in den Kellern. Da das Gelände tiefer liegt, kann das Wasser nicht in die inzwischen beinahe leeren Gräben fließen.
Die Anwohner wandten sich an das Amt. Mit Amtsdirektor Lothar Ebert gab es eine Begehung. Dann sei entschieden worden, das viele Wasser abzupumpen, erzählt Marco Zich. Man habe die Sache in der Feuerwehr besprochen und sich entschieden, den dreitägigen Einsatz zu starten. „Wir sind ja Golzower, tun das für unseren Heimatort“, sagt Zich. „Um so mehr können wir den Kameraden aus Gorgast und Genschmar nur danken, die sofort ihre Hilfe zusagten, als wir ihnen von dem Vorhaben berichteten.“ Bis Sonntagnachmittag wollen die Blauröcke pumpen, auch nachts. Der Aufwand sei sonst zu groß, um alles wieder zu installieren. Der nächste Abfluss ist der Heyengraben. Dorthin wird das Wasser mit drei Pumpen – sogar unter den Bahnschienen hindurch – transportiert. Die schaffen eigentlich mehr als 1000 Liter in der Minute. Bei der Länge und den Unebenheiten, die zu überwinden sind, wird aber nur ein Bruchteil der Leistung erreicht. Deshalb brauche man Zeit.
„Wenn man in die Feuerwehr eintritt, muss man das auch voll durchziehen“, sieht es Astrid Kranich. Seit vier Jahren ist die 47-Jährige dabei. Auch für Angela Kopp gibt es keine Frage mitzuhelfen. Die ganze Familie sei etwas feuerwehrverrückt. Lebensgefährte Lutz Jäger ist ebenso Mitglied wie Sohn Lukas. 19 Einsätze hatten die Golzower im vergangenen Jahr, jetzt sind es schon 16 seit Januar. Trotzdem murrt keiner. Man hilft einfach.
In Lietzen versucht der Gedo seit Donnerstag das Wasser vis a vis des Soldatenfriedhofes wegzubekommen. „Das Wasser ist hier nicht mehr abgeflossen“, erklärt Axel Hulitschke, Verbandsingenieur beim Gedo. Man gehe davon aus, dass Rohre oder Durchlass, die unter der Straße hindurch führen, verstopft sind. Ob das durch den Biber verursacht wurde, wisse man nicht. In jedem Falle benötige man einen Zugang, um heranzukommen. Dafür müsse das Wasser abgepumpt werden.
Insgesamt hat sich die Wassersituation leicht verschärft. Rund 15 Liter sind in den letzten beiden Tagen auf den Quadratmeter gefallen. „Die Gräben sind aber alle frei“, weiß Hulitschke. Er hofft wie viele, dass die nächsten Tagen regenfrei bleiben und das Wasser dann endlich zurückgeht.