Es ist schon ein ganzes Stück „aus der Erde gewachsen“, das künftige Manschnower Feuerwehrgerätehaus. Amtsdirektor Lothar Ebert begrüßte am Donnerstag mit Bürgermeister Werner Finger, der Amtsausschussvorsitzenden Gudrun Wurl, Feuerwehrchef Candy Böhlke und Planer Jens Ripp eine kleine Gruppe von Teilnehmern an der Grundsteinlegung.

Gemeinschaftswerk der Dörfer

Der Verwaltungschef bedankt sich bei allen, die zum Baustart und zum beachtlichen Baufortschritt beigetragen haben. Mit Übertragung auch der Gerätehäusern auf das Amt sind auch die anderen Amtsgemeinden mit im Boot, wenn um die Baukosten geht: Das sei ein „Gemeinschaftswerk aller Dörfer“, betonte er.
Bereits 70.000 Euro sind in die besondere Gründung geflossen. Der schwierige Baugrund, beim Binnenhochwasser vor zehn Jahren erstreckte sich auf dem Areal ein kleines Gewässer, erforderte die von IWT-entwickelte Spezialmethode, bei der Brunnenringe zum Einsatz kommen. Die bis zu sieben Meter tiefe Gründung hatte die Firma Strabag übernommen. Die Firma TSU Müncheberg erstellt gerade den Rohbau. Viel Lob gab es dafür von den Grundsteinlegern.

Mit Schulungsraum

75 000 Euro schießt der Landkreis aus einem Kreisentwicklungsbudget hinzu, ein Drittel der Kosten übernimmt der Bauherr, zwei Drittel kommen als Förderung von Land und Bund. Hinzu kommen Eigenleistungen der Gemeinde. Für Wehrführer Candy Böhlke und seine 24 Einsatzkräfte ist die Vorfreude groß. Sie werden dort, an der B112, nicht nur die beiden Einsatzfahrzeug, den TLF und den TSW unterstellen, sondern auch Sanitärraum und einen Schulungsraum bekommen.

Lange Standortsuche

Auf die Grundsteinlegung haben die Manschnower Feuerwehrleute zwölf Jahre lang gewartet. Für Planer Jens Ripp war es die längste Planungsphase seiner Laufbahn, wie er eindrücklich beschrieb: Im Juli 2008 gab es den Auftrag, das aus dem Jahre 1956 stammende Gerätehaus am Fort Gorgast zu sanieren. wegen der schlechte Bausubstanz wieder der Plan aber wieder aufgegeben. Im November 2008 wurde der Plan zu Gunsten eines anderen Standort verworfen: Am Handelshof sollte dafür ein Objekt umgeplant werden, in dem jetzt eine Baufirma ihr Domizil hat. Was aber der Bauausschuss abgelehnt hatte. 2012 kam ein Neubau am Fort Gorgast ins Spiel. Bis nach langer Planung 2016 herauskam, dass sich dieser Bauplatz im Bereich des Denkmals „Fort Gorgast“ befindet. Nächste Standortidee war der Spielplatz an der Schule. Was wiederum die Schule nicht begeisterte. So näherte man sich immer mehr dem heutigen Standort südlich des Edeka Marktes. Zunächst aber favorisierte die Gemeinde das Areal der ehemaligen Gärtnerei Spronsen. Dort hätte man aber Altlasten für 76 000 Euro zurückbauen müssen.

Rohbau wird noch 2020 fertig

Im März 2018 schließlich war Planungsbeginn für den heutigen Standort. Der Entwurf für das neue Gerätehaus stammt von Architektin Hildur Janke-Knorr, die das Vorhaben aber an ihre Tochter und Kollegin Nadine Hill übergeben hatte. Seit dem 21. Oktober wird gebaut. Ziel ist es, den Rohbau noch in diesem Jahr fertig zu bekommen. Wenn alles gut geht, wird sogar das Dach schon dicht gemacht.

Wertschätzung für Feuerwehr

„Ich hatte schon nicht mehr dran geglaubt“, kommentierte Golzows Amtsausschussvorsitzende Gudrun Wurl diese für die gesamte Gemeinde Küstriner Vorland so wichtige Vorhaben. Als Ortsvorsteherin von Gorgast und Vizebürgermeisterin hatte sie jede Wendung in der Planungsgeschichte begleitet. „Dies hier ist auch eine Wertschätzung für die Freiwilligen Feuerwehr, betonte sie. Und besonders freue es sie, dass dabei alle Gemeinde in einem Boot sind. Während die Offiziellen mit einem Gläschen Sekt anstießen, bestaunten die von Tagesmutti Kerstin Böhnke betreuten Kinder die Baustelle. Sie werden nun täglich dort Zaungäste sein und das Wachsen des Feuerwehrhauses beobachten.