Zwölf Filmarbeiten sind im Rahmen des deutsch-polnischen Projektes "Portret-Polonia" im Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz eingegangen. Die Jury hat sich entschieden, keinen Sieger zu küren. Fünf Filmemacher werden allerdings zu einem Workshop im März eingeladen.
Wie leben, lieben, arbeiten oder studieren Polen in Deutschland? Dieser Frage geht das Projekt Portret-Polonia nach. Es entstand aus der mehrjährigen Zusammenarbeit von polnischen und deutschen Künstlern und Kulturschaffenden in Schloss Trebnitz. "Wir beobachten, dass der Anteil polnischstämmiger, in Deutschland lebender Besucher, Projektteilnehmer, Dozenten und Projektleiter stetig zunimmt. Auch die Bildungs- und Kulturangebote in Trebnitz werden von unterschiedlichen polnischen Migrantengenerationen angenommen. Manche sind in Deutschland geboren, andere sind erst vor kurzer Zeit hierher gezogen", erklärt Oliver Spatz vom Begegnungszentrum. Ziel sei, ein Kurzfilmprogramm zu erstellen, das die Vielfalt von polnischen Migranten in Deutschland sichtbar mache. Nicht zuletzt sollten mit diesem bundesweiten Kurzfilmwettbewerb die regionalen Grenzen der bisherigen Programme von Schloss Trebnitz zu überwinden, die zumeist im deutsch-polnischen Grenzgebiet verankert waren.
Diese Ziele sind im ersten Anlauf nur zum Teil erreicht worden, musste Oliver Spatz nach der Jury-Entscheidung am Sonnabend erklären. Keines der eingereichten Arbeiten habe die Qualität, um für die Teilnahme an einem der sieben dafür avisierten Festivals eingereicht zu werden. "Aber der Anfang ist gemacht", zeigte sich Spatz zuversichtlich. Denn "Portret-Polonia" werde fortgesetzt. Zunächst habe die Jury, die unter Leitung von Stanislaw Mucha sieben Filmemacher aus Polen und Deutschland vereint, fünf der Teilnehmer ausgewählt. "Wir wollen ihnen Gelegenheit geben, unter professioneller Anleitung ihre Arbeiten so fertigzustellen, dass sie öffentlich gezeigt werden können", erklärt Stanislaw Mucha.
In punkto Bandbreite hätten die Arbeiten bereits die Vorstellungen der Wettbewerbsväter erfüllt, schätzt Spatz ein. Es sind Portraits von einem Fotografen, einem Lkw-Fahrer, von einem Mitglied im Berliner "Klub der Versager" sowie von Migranten, die Personen aus ihrem Familienkreis vorstellen, eingereicht worden. Im Laufe der Beschäftigung mit dem Thema gibt es bereits die Idee, gleichzeitig auch Menschen vorstellen zu lassen, die aus Deutschland nach Polen ausgewandert sind, um dort zu leben und zu arbeiten. Zudem wollen die Veranstalter jetzt eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit dazu machen. Schließlich soll der Einstieg und die Teilnahmen am Wettbewerb so leicht wie möglich gemacht werden.
Im Internet: www.portretpolonia.de