Für die Fraktion betonte Dr. Arno Gassmann die Wichtigkeit der Kampagne, äußerte allerdings Bedenken, ob die im neu erarbeiteten Leitbild verankerte besondere Vermarktung "unserer Naturbadestellen" ausreichen werde, gegenüber Konkurrenzangeboten zu bestehen. Zudem plädierte Gassmann dafür, jederzeit verlässlich abrufbare Kontrolldaten und Kennzahlen zu ermitteln, um die Wirkung einzelner Entwicklungsschritte zu dokumentieren. Nur so könnten nützliche von unnötigen Maßnahmen unterschieden werden und neue Gewichtungen erfolgen.
Kurskorrekturen angemahnt
Neben dem Partnerlandkreis Oder-Spree ist Märkisch-Oderland einer der größten Geldgeber des Tourismusverbands. Einen ersten Ausblick über den momentanen Stand der Tourismusentwicklung im "Seenland Oder-Spree" und mögliche unerwünschte Nebeneffekte des Konzeptes gab Máren Kruse von der Berliner Agentur "Think Gaming". Die Referentin warnte davor, die Kreativität des Verbandes, seiner Mitglieder und Öffentlichkeitsarbeiter durch ein starres und restriktives Qualitätsmanagement zu hemmen. Jede Form von Zertifizierung, so Kruse, berge die Gefahr, Energien zu binden, die dringend notwendig seien, um das eigene Angebot gegen das von Wettbewerbern abzugrenzen. Unperfekte Einzigartigkeit sei auf einem engen Markt perfekter Beliebigkeit vorzuziehen.
In der Diskussion, an der auch Uwe Schumacher, Vorstandsmitglied der Sparkasse MOL sowie der Kurdirektor der Stadt Bad Freienwalde, Jens Lüdecke, teilnahmen, erinnerte Fraktionschef Dieter Schäfer eindringlich an die Wichtigkeit einer noch besseren Verknüpfung von Sport und Tourismus in der Region. Deutlich gemacht wurde, dass eine gezielte Werbung mit kulturellen Höhepunkten und Kleinoden eine nachhaltige Absicherung und Förderung derselben voraussetze. Für und Wider gab es zum Thema Qualitätszertifikate. Angemahnt wurden Kurskorrekturen ohne Eitelkeit, da im Tourismus erheblich wirtschaftliche Potenziale liegen.