"Es fing ganz anders an", erzählt Eberhard Grashoff, Ehrenvorsitzender des Vereins Schloss Trebnitz, Mit-Initiator der Friedenswälder. 1987 habe er - damals als Sprecher der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR - mit dem Aktionskünstler Ben Wargin die Idee gehabt, im Hof der Vertretung zwei Ginkgobäume zu pflanzen. Mit ihrer auseinander gehenden Blattform sollten sie die symbolische Frage stellen, ob es einen oder zwei deutsche Staaten gibt.
Als die Mauer fiel, wollte man die Baumpflanzungen auf das sich im Osten bildende neue Europa erweitern. Dorthin, wo Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg starben. "Wir wollten ein dauerhaftes Zeichen der Versöhnung und Orte künftiger Begegnungen für die nächsten Generationen in Deutschland, Polen, Weißrussland und Russland", erinnerte Grashoff. Der Baum als generationsübergreifendes Symbol sollte dies begleiten. Die Seelower Höhen als Ort der größten Schlacht auf deutschem Boden seien der für den Auftakt am besten geeignete Ort gewesen.
Es folgten mehrere Jugendbegegnungen unter dem Dach des Vereins Schloss Trebnitz. 1996 begründete die Letschiner Schule mit ihrer damaligen gymnasialen Oberstufe die Tradition der Schulpartnerschaft. Lehrerin Petra Wilpert setzte nach ihrem Wechsel ans Seelower Gymnasium die Tradition fort, gemeinsam mit der Brester Lehrerin Galina Kowaljowna.
Seitdem sind jährlich junge Menschen aus Brest in Trebnitz, fahren deutsche Schüler im Gegenzug nach Weißrussland. Zu den beiden Jubiläen gab es eine Premiere: Erstmals reiste eine Gruppe Seelower Gymnasiasten nach Brest und kam dann gemeinsam mit Brester Schülern zurück nach Trebnitz. In beiden Orten beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Toleranz und Verschiedenheit, besuchten in Brest die Festung und den Friedenswald, setzten in Trebnitz die Arbeit in den Gruppen fort und arbeiteten gemeinsam im Werbiger Friedenswald. Zur Festveranstaltung präsentierten sie sehr erfrischend die Projektergebnisse.
Zu den Gästen gehörte die CDU-Landtagsabgeordnete Kristy Augustin aus Letschin. Sie war Teilnehmerin der ersten Fahrt nach Brest vor 20 Jahren. Eine Fahrt, die sie mit ihren vielen Begegnungen bis heute präge, die sie auch bestärkt habe, sich politisch zu engagieren, sagte sie. Seelows Bürgermeister Jörg Schröder dankte rückblickend dem CJD und den Teilnehmern vieler Jugendbegegnungen, die den Friedenswald immer wieder pflegten und gedeihen ließen.
Anlässlich der Jubiläen hatte der Seelower Philatelistenclub ein Sonderpostamt eröffnet. Dort wurden der von der Gymnastin Lena Hartinger gestaltete Zudruck für die Ganzsache sowie Sonder- und Nebenstempel des Bustransport nach Brest und zurück angeboten (Bestellung unter Tel. 03346 88735).