"Es geht bei diesen Vergaben immer um den gesamten Landkreis", unterstreicht die Werkleiterin. Der EMO habe mit seinen ingenieurtechnischen und juristischen Partnern die Aufteilung der Leistung in Teil- und Fachlose intensiv diskutiert und die Vor- und Nachteile möglicher Varianten abgewogen. Neben der Berücksichtigung der mittelständischen Interessen sei es das Interesse des Kreises, die Leistung wirtschaftlich zu gestalten und somit die Belastung der Bürger mit Abfallgebühren so gering wie möglich zu halten. Natürlich wären auch kleinere gebietsbezogene Lose möglich. Dann aber würde es für den Bürger teurer, unterstreicht Friesse. Der Auftrag des Kreistages sei jedoch seit Jahren ganz klar formuliert: Der EMO habe die für den Bürger kostengünstigste Entsorgung, die allen geforderten gesetzlichen Bestimmungen entspricht, zu sichern.
Bei den aktuellen Ausschreibungen zur Sammlung und Entsorgung verbotswidrig abgelagerter Abfälle sowie von kommunalem Altpapier sei aus technischen und wirtschaftlichen Gründen auf eine Fachlosaufteilung (Trennung von Sammlung und Verwertung/Beseitigung) verzichtet worden, weil damit nachweislich Mehrkosten, die der Bürger hätte tragen müssen, entstanden wären.
Immer wieder angesprochen würde auch das Thema Recycling- oder Wertstoffhöfe. Peter Glaetzner hatte deutlich gemacht, dass sein Unternehmen dieses Angebot für die Bürger in Seelow realisieren könnte. "Die Einrichtung von zusätzlichen Wertstoffhöfen oder Annahmestellen ist in der Abfallwirtschaftskonzeption des Landkreises derzeit nicht vorgesehen", sagt Angela Friesse. Die Anlieferung sämtlicher überlassungspflichtiger Abfälle erfolge an der Abfallumschlagsstation in Rüdersdorf (AUST.). Die Betreibung von weiteren Annahmestellen bzw. Wertstoffhöfen würde zusätzliche Kosten verursachen, die zu höheren Abfallgebühren führen würden.
Des Weiteren sei eine Direktbeauftragung der Stolzenhagener Dienstleistungs- & Logistik GmbH (oder eines anderen Containerdienstes) zur Annahme und Transport von Abfällen aus privaten Haushalten durch den EMO aus vergaberechtlicher Sicht nicht statthaft. Den Zuschlag bei der Aussschreibung 2009 hatte ALBA Wriezen erhalten. Damit habe ALBA Anspruch auf alle Abfälle, die der Sperrmüllsammlung unterliegen. Der Sperrmüll werde direkt vom Grundstück abgeholt und sei die servicefreundlichste Variante, die angeboten werden kann. Von der regulären Sperrmüllsammlung ausgenommen seien lediglich Haushaltauflösungen, Grundstücksentrümpelungen und Gegenstände aus Bau-, Umbau-, Abriss- und Instandhaltungsmaßnahmen. Containerdienste müssen aber auch diese Abfälle dem EMO kostenpflichtig überlassen.