Nicht nur Erwin Kowalke empfindet das als einen pietätlosen Umgang mit den Gefallenen. Warum die Rotarmisten nicht umgebettet, sondern vergessen wurden, ist für ihn aber zweitrangig. "Wichtig ist jetzt, dass sie eine würdige letzte Ruhestätte bekommen", sagt er.
Ungefähr 30 sowjetische Soldaten sollen auf dem Gelände der ehemaligen Gedenkstätte zwischen B 167 und dem Abzweig nach Werbig liegen. Die ersten hat der Umbetter am Montag bereits ausgegraben. Bis Ende der Woche, schätzt Kowalke, wird er brauchen, um das in Frage kommende Terrain abgesucht zu haben. Am 17. April sollen die Toten zu ihrer letzten Ruhe an der Gedenkstätte Seelower Höhen gebettet werden.
Kowalke hält es anhand der bisherigen Funde für möglich, dass es sich bei der ehemaligen Gedenkstätte an der Ernst-Thälmann-Straße um einen Lazarettfriedhof handeln könnte. Diese Annahme legen die Funde nahe, die er bisher gemacht hat. Einige der Gefallenen waren schwer verwundet, teils mehrfach amputiert.
Wer die Toten waren, lässt sich kaum noch feststellen. Nur vier der 30 Gefallenen, nach denen Kowalke jetzt sucht, sind ihm namentlich bekannt. "Die Soldaten der Roten Armee hatten im Gegensatz zu den Deutschen keine Erkennungsmarken", erklärt der Umbetter. "Das macht eine Identifikation weitaus schwieriger."