Der Oderpokal in Genschmar bildet traditionell den Abschluss im sportlichen Ausbildungsjahr der Einsatzkräfte. 19 Wehren schickten ihre Teams auf die von den Genschmarer Blauröcken und ihrem Förderverein bestens präparierte Wettkampfstrecke. Kein Rekord zwar, denn zu den besten Zeiten waren dort mehr als doppelt so viele vertreten, aber doch angesichts des Schmuddelwetters eine beachtliche Anzahl. "Wir danken ganz herzlich der AGO Zechin und der Mila Genschmar für ihre Unterstützung. Sie haben uns sehr geholfen", erklärte Andreas Zwick, Amtsbrandmeister von Golzow und Mitglied der MOL-Auswahl im Feuerwehrsport, die in diesem Jahr die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften errungen hat. Zwick freute sich auch über die Hilfe von anderen Wehren wie den Bad Freienwaldern, die ihr supergenaues Mess-System zur Verfügung stellten. Denn beim Löschangriff, sei es beim Oderpokal mit den modernen Pumpen oder beim Supercup mit der DDR-Technik TS 8/8, geht es stets um Bruchteile von Sekunden. All die Ergebnisse wurden peinlich genau vom Wettkampfbüro ausgewertet, das seit 17 Jahren bereits von Kerstin Beyersdorf-Zwick geleitet wird. "Anfangs hatten wir hier noch mit Taschenrechner gesessen", erzählt sie. Nun gibt sie alles in ihren Laptop ein. Nie wird sie den Oderpokaltag-vergessen, als das Einsatz-Leitfahrzeug zu nah am Ziel stand und der Wasserstrahl eines Teams versehentlich das Büro traf und die Wettkampfdaten "löschte".
Sehr unterschiedlich waren die Mannschaften auf die Starts vorbereitet. Während die Genschmarer ganz heiß darauf waren, den Erzrivalen aus Libbenichen das im vorigen Jahr errungene Doppel wieder abzujagen, waren in anderen Teams auch Einsatzkräfte dabei, die sich nach etlichen Jahren wieder einmal dem Wettkampf stellten. So im Seelower Team, das auf der Genschmarer Kampfbahn eher als Außenseiter galt. "Ich bin bestimmt fünf Jahre nicht mehr mitgelaufen. Und auch nur dabei, weil ein anderer ausgefallen war" erklärte Candy Schmiedeke, Stadtbrandmeister der Kreisstadt Seelow, vor dem Start. "Ich bin Maschinist, die Handgriffe sitzen sicher noch. Aber die Aufregung ist dann doch da", lachte er. Bei den Golzowern waren mit der 15-jährigen Vanessa Gülke die jüngste Wettkämpferin am Start. Weil in dem Team mit vier Frauen auch Denny Lehmann mitlief, wurden sie als Männermannschaft gezählt. Und erreichten trotzdem eine gute Zeit.