"Wir Marxdorfer sind strikt gegen die Einziehung der Wege und bitten Sie um die Aufhebung des Beschlusses", sagte der Gast einleitend. Auf Antrag von Henrik Wendorff erhielt Constantin Schütze für die Beratung zu dem Punkt Rederecht.
Lietzens Bürgermeister Frank Kasper verwies dabei zunächst noch einmal auf die finanziellen Zwänge, in denen sich seine Gemeinde befindet. "Wir könnten unseren Bürgern schwer erklären, dass wir die Grundsteuern erhöhen und Zuschüsse für Vereine streichen, aber Wege unterhalten, die kaum einer nutzt", sagte er. Den Vorschlag zur Einziehung der Wege habe die Amtsverwaltung Seelow-Land gemacht, erinnerte Kasper.
Die Lietzener Abgeordneten wollen einen Beschluss widerrufen, den sie vor zehn Jahren gefasst haben. Damals hatten sie die im Zuge der Klassifizierung aller öffentlichen Wege angeregte Entwidmung der sandigen Waldwege in Richtung Marxdorf abgelehnt. Es gebe indes eine Möglichkeit, trotz Entwidmung vor allem die Interessen der Marxdorfer Landwirte zu wahren, erklärte Henrik Wendorff. Denn die Bauern wollen weiter durch den Wald zu Flächen und Ställen in Lietzen und Falkenhagen fahren. Gemäß Waldgesetz könne die Gemeinde Lietzen den Betrieben per Vertrag die Wegenutzung gestatten. Die Landwirte müssten im Gegenzug die Unterhaltung sichern und die Gemeinde von Ansprüchen, vor allem mit Blick auf die Verkehrssicherung und den Winterdienst befreien, so der neue Präsident des Landesbauernverbandes. Wendorff merkte zudem an, dass auch die Gemeinde Vierlinden schon Straßen und Wege entwidmet habe und kritisierte, dass es keine Koordinierung der Einziehung durchs Amt gebe. Denn die Wege verlaufen durch mehrere Gemeinden.