Ersatz für Notgraben
"Der Notgraben war die einzige Möglichkeit, um umgehend Entlastung zu schaffen", erklärte Siegfried Richter, Leiter der unteren Wasserbehörde beim Landkreis. Verbunden worden sei die Genehmigung mit der Auflage, daraus einen planungsrechtlich geordneten Abfluss in die Vorflut, die Alte Oder, zu schaffen. Da es im Oderbruch in vielen Orten der Gemeinde Letschin und des Amtes Golzow erhebliche Abflussorgen gab, stand eine ganze Liste solcher Maßnahmen auf der Agenda. Jahr für Jahr wird sie seitdem abgearbeitet. Werner Finger zeigte sich zufrieden, dass jetzt auch dieser Graben fertig gestellt wurde und das Land, wie zugesichert, die Kosten zu 100 Prozent trägt. Das Frankfurter Unternehmen IWT mit seinem Geschäftsführer Kai Herrmann übernahm die Umsetzung. Im Dezember 2018 hatten die Männer um Bauleiter Christian Hein begonnen. "Es waren sehr umfangreiche Maßnahmen", erklärte Golzows Bauamtsleiter Axel Kraetzer. Es wurde ein neuer 830 m langer Graben vom Teich im Dorf bis zur Vorflut gezogen. Hinzu kamen zwei Wehre, die sichern, dass bei Bedarf  das Wasser in der Fläche gehalten werden kann. "Und dass bei hohem Stand der Alten Oder das Wasser nicht in die angrenzenden Flächen zurück drückt", ergänzte Richter.
Auch der Durchleiter am Mühlenweg wurde von den Mitarbeiter der IWT erneuert, ebenso die Einbindung des Grabens in die Alte Oder. Rund 700 000 Euro hat das Bauvorhaben gekostet. Dazu gehören auch diverse Ersatzpflanzungen, die bereits erbracht wurden. Zahlreiche neue Bäume in Gorgast konnten gepflanzt werden. Und noch etwas Gutes habe die Maßnahme gebracht, berichtete Axel Kraetzer. "Beim Grabenaushub fiel reichlich Aushub an. Die Gemeinde konnte damit endlich die alte Mülldeponie in Küstrin-Kietz abdecken und profilieren. Die Erdmassen wurden nicht kilometerweit irgendwohin gebracht, sondern konnten dort sinnvoll eingesetzt werden."
Insgesamt sei eine sehr ordentliche Arbeit geleistet worden. Man habe in der Bauausführung auch sinnvolle Veränderungen vorgenommen. So habe es im Bereich des Wäldchens Probleme mit der Stabilisierung der Böschung gegeben. Statt des aufwändigen Einbaus von Geotextilien wurde ein Bodenaustausch mit dem Material aus dem Grabenaushub vorgenommen.
Bodenaushub effektiv genutzt
Der Bauamtsleiter machte auch deutlich, dass trotz Übergabe die Maßnahme insgesamt noch nicht beendet ist. Zum einen sichere das Land auch die dreijährige Pflege der Ersatzmaßnahmen, bis 2022. Das sei durchaus ein Novum. Zum anderen müsste jetzt die Neuvermessung zahlreicher Grundstücke erfolgen. Der Graben selbst soll ein eigenes Flurstück werden und in Eigentum der Gemeinde übergehen. Der Gedo sichert die Unterhaltung. Kleine Splitterflächen in Randbereichen, wie etwa kurz vor der Eindiung in die Alte Oder, müssten ebenfalls vermessen werden, weil sie vom Eigentümer nicht mehr nutzbar sind. Ein Prozedere, dass einige Zeit in Anspruch nehmen wird, blickte Axel Kraetzer voraus. Bürgermeister Finger hofft nun, dass auch die letzten beiden Gräben in Manschnow bald in Angriff genommen werden. 4,5 km lang sind sie. Die Trasse stehe fest, so Kraetzer, man sei in der Planfeststellung.