Auf dem Lebuser Friedhof ist eine erste Anlage zur Baumbestattung geschaffen und die Namenstafel-Wand an der anonymen Urnengräberanlage erweitert worden. „Der Trend geht ganz klar zur Bestattung auf Gemeinschaftsanlagen mit zentraler Pflege durch den Friedhofsträger“, sagt Heidemarie Rust.
Die Friedhofs-Verantwortliche in der Lebuser Amtsverwaltung hat in den vergangenen Wochen mit Landschaftsarchitekt Andreas Kittner und den Mitarbeitern der Baufirma Lamb aus Döbberin den Beschluss der Lebuser Stadtverordneten zur Erweiterung des Angebots für solche Bestattungsformen umgesetzt.

Abgeordnete reagieren auf Bürgeranfragen

Die Abgeordneten haben damit auf Anfragen und Bitten aus der Bevölkerung reagiert. „Den Leuten ist vor allem die zentrale Pflege wichtig“, weiß Heidemarie Rust. Doch bei ihr hatten sich immer mehr ältere Lebuser und ihre Angehörigen gemeldet, die sich zugleich eine individuelle Grablage wünschen. Die Lösung hieß Baumbestattung.
Am östlichen Ende des Lebuser Friedhofs ist nun auf einer zuvor ungenutzten Brachfläche eine erste solche Anlage entstanden. Die Form der Gestaltung sei, soweit ihr das bekannt ist, in der Seelower Region bislang einzigartig, so Heidemarie Rus: Auf einer von den Lebuser Stadtarbeitern zuvor profilierten Fläche ist ein mit Granitsteinen eingefasstes Rondell entstanden, das im Durchmesser fünf Meter misst.
In seinem Zentrum steht ein junger Blutahornbaum. Sein Pflanzbett ist mit Lava-Steinen abgedeckt. „Das ist dekorativ und pflegearm“, sagt Mike Golze, der Leiter der Lebuser Stadtarbeiter. Ihnen obliegt die Pflege der Gemeinschaftsgrabanlagen auf dem städtischen Friedhof.

Friedhof-Anlage in Tortenform

In Tortenstück-Form sind acht Grabfelder um den Baum angeordnet. Jedes Feld ist als Grabstätte für eine Familie gedacht. Denn auf einem Grabfeld sei Platz für vier bis fünf Urnen, sagt die Friedhofs-Verantwortliche. Wie viele es genau sein werden, hänge letztlich von der Anordnung und Größe der Grabsteine ab. Diese sollen einheitlich groß und gestaltet sein und jeweils nach der ersten Beisetzung auf dem jeweiligen Familiengrabfeld aufgestellt werden.
Wie viel eine Baumbestattung auf dem Lebuser Friedhof kosten wird, steht noch nicht fest. Dazu müssten erst alle angefallenen Bau- und zu erwartenden Pflegekosten ermittelt werden, erklärt Heidemarie Rust.
Sie hat schon viel positive Resonanz auf das neue Bestattungsangebot erfahren, das erweiterungsfähig ist: „Wir haben Platz für mindestens noch zwei weitere Baumbestattungsanlagen“, so Rust.

Zwei neue Mauerfelder für Namenstafeln

Seit Juli haben die Mitarbeiter der Döbberiner Baufirma Lamb auf dem Lebuser Friedhof zudem die Namenstafelwand an der anonymen Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage erweitert. Die ersten drei Mauerfelder, auf die jeweils 36 der 30 mal 18 Zentimeter großen, schwarzen Granittafeln passen, sind fast vollständig belegt. Nun sind zwei weitere dunkelrote Ziegelsteinfelder aufgemauert worden.
Die Namenstafel sei ein „zusätzliches Angebot“ und nicht in der Grabstellengebühr für die anonyme Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage enthalten, erinnert Heidemarie Rust.
Ein paar Schritte weiter befindet sich die vor zwei Jahren errichtete Erdbestattungs-Gemeinschaftsanlage. Auch dort sind zwei der drei Grab-Kassetten, die jeweils Platz für sieben bis acht Särge bieten, bereits fast vollständig belegt. Auch hier haben die Friedhofsplaner Platz zur Erweiterung vorgehalten.
„Die Gemeinschaftsanlagen tragen dazu bei, den Friedhofsbetrieb weiter wirtschaftlich gestalten zu können“, betont Heidemarie Rust.