"Es wäre ein großer Gewinn für unseren Ort und für die ganze Stadt", sieht es Ortsvorsteher Thomas Berendt. Seit Jahren zerfällt das einstige Wasch- und Schlachthaus zusehends. Einige Zeit hatte dort der Jugendklub sein Domizil. Längst ist das Ende des 18. Jahrhundert errichtete Klinkerbau jedoch nicht mehr nutzbar. Die Stadt als Eigentümer wäre in der Pflicht, das Gebäude zu sanieren, zumal es als Einzeldenkmal ausgewiesen ist und besonderen Schutz genießt.
"Für uns ist klar, dass die Stadt die dafür notwendigen Mittel nicht aufbringen kann", sieht es Berendt. Um so willkommener sei die Entscheidung des Vereins, sich des Waschhauses anzunehmen. Für die aufwendige Sanierung sind dem Verein bereits Fördermittel in Aussicht gestellt. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Einrichtung ihre Projektarbeit ausbauen und in dem Gebäude ein Gustav-Seitz-Zentrum etablieren will. Seitz gehörte zu den renommiertesten Bildhauern der Nachkriegszeit, lebte ab 1950 bis zu seinem Tod 1969 in Hamburg, wo die Seitz Stiftung auch seinen Nachlass verwaltet. Der soll komplett nach Trebnitz ziehen. Im Obergeschoss der gerade sanierten denkmalgeschützten Remise, in deren Erdgeschoss sich ein Dorfladen und ein Café befinden, sind bereits erste Arbeiten von Seitz zu sehen.
Einher gehen soll neben der Sanierung des Waschhauses die Instandsetzung der zweiten Hälfte des einstigen Inspektorhauses unmittelbar daneben. Dort befinden sich vier Wohnungen, drei sind noch belegt. "Dort gibt es einen erheblichen Instandsetzungsstau", erklärt der Ortsvorsteher. Seit Jahrzehnten sei nicht mehr investiert worden, es regne durchs Dach, und der Keller sei nass. In den Wohnungen stehen alte Kohleöfen, Fenster müssten erneuert werden. Die Fassade mit grobem Putz trübt das Bild des Gesamtensembles. "Es wäre ein Glücksfall, wenn die Stadt diese beiden Gebäude dem Verein übergibt und er diese Schandflecken im Ort zu seinen Lasten in Ordnung bringt", steht für ihn fest. Deshalb habe der Ortsbeirat in geschlossener Sitzung einstimmig für die Variante des Vereins, der die Grundstücke zum Verkehrswert übernehmen würde, votiert. Im Ort gebe es auch ansprechenden kommunalen Ersatz-Wohnraum, um Baufreiheit zu schaffen. Am 7. Mai will die Müncheberger Stadtverordnetenversammlung in einer Sondersitzung darüber befinden. Knackpunkt bildet derzeit der Kaufpreis. Aus Sicht des Ortsbeirates müsste die Stadt die Objekte für einen symbolischen Preis übergeben. "Dies vor allem vor dem Hintergrund künftiger Kosten", sieht es Thomas Berendt. Er will in den Ausschüssen das Vorhaben erläutern. Letztlich dränge auch die Zeit, da der Verein den Antrag auf Fördermittel umgehend stellen müsste.
"Nicht nur der Ortsteil Trebnitz, die gesamte Stadt würde enorm aufgewertet, wenn das Seitz Zentrum hier sein Domizil erhält", sagte Marion Tauschke im öffentlichen Teil der Ortsbeiratssitzung. Dies sei eine einmalige Chance, die genutzt werden müsste. Es gab mehrfach den Verweis auf die Leistungen des Vereins, der in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten mehrere Millionen Euro Investitionen in den Ortsteil geholt hat und mittlerweile Aufgaben der Daseinsvorsorge sichert, die eigentlich der Stadt obliegen. Dazu gehören auch Initiativen zur Erhaltung des denkmalgeschützten Parks.
In der sanierten Remise haben Senioren ihren Treff. Dort finden jetzt Bürgerversammlungen, Diskussionsrunden und Sitzungen statt. Immer wieder lockt das Schloss mit öffentlichen Veranstaltungen.