Schilke fotografiert ein Gefühl, den Jazz. Er gehe in Kneipen und Bars, aber auch Konzertsäle, um die Großen des Jazz zu erleben, wie sie mit ihren Instrumenten verschmelzen, weiß Hannemann von seinem Fotografen-Freund.
Wenn der Künstler in seiner Leidenschaft kaum noch etwas um sich herum wahrnimmt, dann drücke Schilke auf den Auslöser, hält solche Momente des Entrückten fest. 14 solcher Bilder - alle Schwarz-Weiß - sind bis Ende des Jahres in der Hafenmühle zu sehen. Seine Fotos sind ein Spiel mit Licht und Mimik, mit Stille und Ekstase, ein Universum der Musik und Improvisation abseits der grellen Shows und Scheinwerfer-Fluten des Rock und Pop.
Schilkes Bilder waren bereits in den Trafo-Galerien des Falkenhagener Vereins KunstRegen zu sehen. Nun also in Kienitz. Dort, wo fast das ganze Jahr über Radler am Deich vorbei strampeln und erstaunt stoppen, wenn ihr Blick auf die Mühle fällt und sie neugierig werden. Radler, Veranstaltungen wie die Ausstellungseröffnungen und schließlich die Ferienwohnungen im Haus seien es, die das Mühlen-Leben ausmachen, sieht es Jörg Hannemann. In diesem Sommer kamen weniger Ausflügler. Das Wetter verleidete so manchem Radler die Lust. Doch auch für Spaziergänger lohnt ein Stopp. Bei Kaffee und Tee lassen sich die Bilder bestens betrachten, kann der Betrachter einen Hauch der Faszination Blues spüren. Und manch andere Besonderheit in der Mühle mit ihrem ganz eigenen Flair entdecken.
Café in der Hafenmühle, Deichweg 7, Sa und So ab 12 Uhr
Foto als Zeitdokument: Detlev Schilke (r.) mit seinem Freund Jörg Hannemann am Bild von Michael Petrucciani. Der Kleinwüchsige gehörte zu den Star-Pianisten der Welt, starb 1995. Foto: Johann Müller
Berliner Fotograf Detlev Schilke zeigt in Kienitz Arbeiten