Einfaches Putzen würde schon viel helfen, undichten Fenstern vorzubeugen, weiß Carsten Bäcker. Er ist Bauleiter bei der Kochs Fensterbau GmbH in Neuhardenberg. Schmutzablagerungen durch Staub, Regenwasser und Tau können, wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht entfernt werden, Entwicklungsherd für feine Schimmelsporen sein.
"Der Schmutz entwickelt sich teilweise zu einer Bemosung, wodurch die Weichmacher in den Fugen zerstört werden", erklärt Bäcker. Das führt dann dazu, dass die Dichte nicht mehr gewährleistet ist. "Ein einfaches Drüberwischen genügt, um dem vorzubeugen und die Dichte zu sichern", erklärt er.
Eine weitere Ursache für Luftdurchlässigkeit können die Beschläge sein. Diese sollten regelmäßig gewartet werden, um sicher zu stellen, dass die Verriegelung gut funktioniert. "Manchmal hakt es ein wenig und schließt dann immer schwieriger. Das fällt bei täglichem Fensteröffnen nicht sofort auf", weiß Bäcker. Wenn es klemmt, empfiehlt er, Sprühöl oder Sprühfett anzuwenden. Letzteres hat den Vorteil, an der Stelle zu bleiben, wo es gebraucht wird.
Die Dichtungen an Fenstern würden auch belastet, wenn etwa die Fenster durch Gegenstände offen gehalten werden, ständig etwas gegen die Dichtungen drückt. "Manche Leute führen auch Kabel durch die Fenster", nennt Bäcker ein Beispiel für die Belastung. Bei älteren Menschen, die ihr Fenster gern als Verbindung zur Außenwelt nutzen und es durch Kissen offen halten, treten ähnliche Probleme auf.
Da sei es gut, dass nicht gleich ein kompletter Fenstertausch nötig ist, wenn es mal zieht. Ein Fenster ähnele einem Baukasten, erklärt der Fachmann. "Man kann viel nachrüsten - Beschläge, die Dichtungen und auch die Fenstergläser sind einzeln austauschbar", sagt Bäcker.
Auch der Wärmedurchlasswert der Fenster habe sich seit der Wende um ein Vielfaches verbessert. Lag der Wärmedurchlasswert (Ug) bei DDR-üblichen Fenstern noch bei 1,7, sind es heute bei Dreifach-Verglasungen 0,7 bis 0,5 Ug. Dennoch gilt: "Glas wird gerade bei gut gedämmten Häusern immer der Schwachpunkt bleiben", sagt Carsten Bäcker. Auch deshalb läge ein besonderes Augenmerk darauf. Jalousien oder Gardinen werden bei der Energiebetrachtung außen vor gelassen. Auch Rollläden, "halten zwar Wind, Sonne und Regen ab, sind also ein Schutz vor den Elementen", sagt Bäcker. Aber für die Wärmedämmung hätten sie keine weitere Relevanz.
Für den Fall, dass die Fenster einer Mietwohnung undicht sind und dadurch Kälte herein lassen, sollten sich Mieter an ihren Vermieter wenden, rät Marlies Hopf, Leiterin des Energiesparprojektes der Verbraucherzentrale. Gesetzt den Fall, ein Vermieter hat das Problem erkannt und sich bereit erklärt, im kommenden Frühjahr die Fenster zu erneuern, rät auch die Expertin von Gardinen oder Zugluftstoppern als Interimslösung ab. "Besser ist es, Fenster und Türen mit Dichtungen abzudichten. Meistens sind unter den Fenstern Heizkörper angeordnet. Werden davor schwere Gardinen angebracht, die die Heizung verdecken, kommt es zwischen der Gardine und dem Heizkörper zum Wärmestau. Es wird weniger Heizwärme an den Raum abgegeben und der an der Heizung angebrachte Heizkostenverteiler misst mehr Einheiten, da er durch den Wärmestau eine höhere Raumtemperatur annimmt. Die Kosten steigen", betont Marlies Hopf.