Die Entscheidung der Neuhardenberger Abgeordneten fiel einstimmig: Bernd Winnige darf einen Bebauungsplan für den geplanten Geflügelhof an der B167 zwischen Neuhardenberg und seinem Ortsteil Altfriedland erstellen lassen. Bei dem Areal handelt es sich um den ehemaligen Technikstützpunkt der NVA im Süden des Flugplatzes, den der Landwirt vom Flugplatzbetreiber, der Airport Neuhardenberg GmbH, erworben hat.
Die Anlage, die sich etwa einen Kilometer nordwestlich der Ortslage von Neuhardenberg mit seinem Schlossensemble befindet, liege außerhalb des Emissionsbereiches, erklärte der Abgeordnete Jürgen Auge (Linke). Soll heißen: Die Neuhardenberger würden die Hühner nicht riechen, die vor ihrer Haustür gemästet werden sollen.
Die Gemeindevertreter sehen in dem Geflügelhof eine willkommene Wirtschaftsansiedlung, durch die Arbeitsplätze geschaffen werden und Steuern sprudeln. Denn Bernd Winnige hat angekündigt, in Neuhardenberg den Wirtschaftshof seines Landwirtschaftsbetriebes zu errichten, der seinen Sitz bislang im wenige Kilometer entfernten Neu Rosenthal, einem Ortsteil von Kiehnwerder, hat.
Dort hat der 38 Jahre junge Landwirt vor fünf Jahren auch seine erste Hähnchenmastanlage errichtet. In der aus sechs Ställen bestehenden Anlage gibt es 324 000 Mastplätze. Anders als die Enten- scheint die Broilermast zu boomen. Aufgrund der "positiven Erfahrungen" in Kiehnwerder und der Marktsituation plane Tobias Winnige nun die Erweiterung, heißt es in der Sachdarstellung zum Beschluss. In Neuhardenberg sollen drei Ställe mit bis zu 156 000 Mastplätzen entstehen.
Doch diesmal will Tobias Winnige nicht neu bauen. Der Landwirt plane, die einstigen Kfz-Hallen nach zu nutzen, sie nur insgesamt neu zu überdachen und zu verbinden, hieß es in der Beratung der Gemeindevertreter.
Der potenzielle Investor hat sich gegenüber der Gemeinde zur Übernahme aller Kosten im Zusammenhang mit der Planung verpflichtet. Diese wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung beinhalten. Neuhardenberger, die Fragen oder Bedenken zum Geflügelhof haben, sollen diese in einer Bürgerversammlung vorbringen können. Auf dem Hof sollen auch eine Wohnung, Tankstelle, Waage und Lagerhallen entstehen.