Das Minus im aktuellen Haushalt der Oderbuchgemeinde würde in die Höhe schießen – von zunächst rund 88.000 auf dann 252.600 Euro. Die Zahlen nannte Benita Nickel aus der Kämmerei der Lebuser Amtsverwaltung zu Beginn ihres Berichtes zum Stand der Haushaltplanung an die Reitweiner Gemeindevertreter. Hauptgrund für die dramatische Verschlechterung ist die Aufnahme des Straßenbaus in den Reitweiner Loosen in die Planung.

300.000 Euro allein für den Biberschutz

Auf der kommunalen Straße, die zur sogenannten Diplomatentreppe am Oderdeich führt, haben sich tiefe Senken gebildet. Bei einer Kontrolle im Oktober vorigen Jahres hat sich bestätigt, was viele längst befürchtet hatten: Biber haben die Straße unterhöhlt. Die Frage ist, wer für die Behebung der Schäden aufkommt.
Allein die Kosten für den Biberschutz an der Straße sind auf rund 300.000 Euro veranschlagt. 280.000 Euro müsste laut Förderrichtlinie das Land tragen, rechnet man in der Lebuser Amtsverwaltung. Auf den Kosten für die Munitionssuche und das nötige Fällen weiterer Bäume – die Rede ist von mindestens 20 – könnte die Kommune sitzen bleiben. Ebenso wie auf den Kosten für die Sanierung der Straße.

Altmann: Straßenbau im Dorf darf nicht hinten runter fallen

„Da draußen wohnt kein Reitweiner. Wir dürfen wichtige Straßenreparaturen im Dorf, wie am Akazienweg nicht hinten runter fallen lassen“, gab Reitweins Vize-Bürgermeisterin Annegret Altmann zu bedenken. Bislang sind für dieses und das kommende Jahr jeweils 60.000 Euro für den Straßenbau in den Loosen eingeplant. Damit wäre die Rücklage der Gemeinde 2022 aufgebraucht, informierte Benita Nickel.

Parkplatz am Deich ist im Ernstfall Katastrophenschutz-Lager

Die Reitweiner hoffen vor allem unter dem Aspekt auf Hilfe von Land und Landkreis, dass der Parkplatz an der Diplomatentreppe vor allem durch Touristen  genutzt wird und im Ernstfall Katastrophenschutz-Lagerplatz ist.
Angesichts der angespannten finanziellen Lage haben die Gemeindevertreter nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht und im Straßenwinterdienst eine gefunden: Sie haben den Winterdienstvertrag mit einem Dienstleister gekündigt. Gemeindearbeiter Michel Schröder wird die Aufgabe übernehmen.
Unterstützung durch den Landkreis soll es in diesem Jahr gleich zweifach geben: Zum einen für den Ausbau des zweiten Raumes im Gemeindehaus, der in diesem Monat beginnen soll. Zum anderen seien 8000 Euro aus dem Kreisentwicklungsbudget für eine neue Küche in der Kita „Birkenschlösschen“ bewilligt, hieß es. Investitionsbedarf besteht am kommunalen Wohnhaus an der Fischerstraße 16, das „stark sanierungsbedürftig“ sei. Die Kostenermittlung läuft.
Mit 7500 Euro will sich die Gemeinde an den Kosten zur Sanierung der Reitweiner Stüler-Kirche beteiligen.