Vier Bänke, davon zwei mit Rückenlehne, eine neue Beleuchtung und zehn Pkw-Stellplätze gehören zum 140 Meter langen  Straßenabschnitt, der als einer der letzten DDR-Straßen in der Kreisstadt saniert wurde, wie Bauamtsleiter Jörg Krüger zur Einweihung informierte.

Keine Leitung lag wie vermutet

Vor drei Jahren hatte das Frankfurter Ingenieurbüro IGF erstmals im Bauausschuss einen Gestaltungsvorschlag präsentiert. Ziel war es, den Seelowern und ihren Gästen mehr Flair zu bieten. Fördermittel wurden beantragt und nach einiger Umplanung bewilligt. Anfang April konnte der Bau beginnen. Für die Firma von Frank Biermann aus Lebus war es der erste größere Auftrag in der Kreisstadt. Biermann bedankte sich am Mittwoch bei der Stadt für die angenehme Zusammenarbeit. Ein Kompliment, das Jörg Krüger gern zurück gab. Die Lebuser hätten eine sehr gute Arbeit in Seelow geleistet, trotz der zahllosen Schwierigkeiten, die während des Bauablaufes entstanden und die niemand voraussehen konnte. "Hier lag keine Leitung so, wie sie in den Plänen eingezeichnet war", erinnerte der Bauamtsleiter. Dies mit dem Effekt, dass es eine um drei Monate verlängerte Bauzeit gab.
Einweihung der Breiten Straße

Bildergalerie Einweihung der Breiten Straße

Entsprechend der Förderrichtlinie, mit 178 000 Euro wurde die 571 000 Euro teure Maßnahme gefördert, kann die Straße nun nicht mehr als Einbahnstraße ausgewiesen werden. Künftig müssen die Autofahrer auf der Frankfurter Straße im Einmündungsbereich der Breiten Straße den Verkehr noch stärker beachten. Die Einmündung wurde etwas umgestaltet.
Als die Finanzierung des Straßenbaus geplant wurde, konnte die Stadt noch mit der Einnahmen von Ausbaubeiträgen rechnen. Inzwischen hat die Landesregierung diese Abgaben abgeschafft. Die Kommunen sollten dafür vom Land einen Ausgleich bekommen. Doch die gezahlte Summe von rund 68 000 Euro liegt deutlich unter der Summe der geplanten Ausbaubeiträge: Die Differenz beträgt rund 160 000 Euro, informierte Jörg Krüger. Für diese Summe wurde  ein zusätzlicher Antrag an das Land gestellt.

Kleine Geschichtsstunde

Die Straßenübergabe geriet dank so erfahrener Zeitzeugen wie Horst Seelig und Rudi Schulz zur kleinen Geschichtsstunde. Bürgermeister Jörg Schröder, der als Kind in der Straße gewohnt hatte, erinnerte daran, dass dies einmal eine Sackgasse war, die in Richtung Kulturhaus in ein Rosenbeet mündete. Horst Seelig, der auch Fotos davon hat, erinnerte an Bauarbeiten an denen er beteiligt war. So hatte er Mitte der 1950-Jahre an den Wohnhäusern die hölzernen Regenrinne gegen welche aus Kunststoff ausgetauscht. Und als das Kulturhaus gebaut wurde, war er dabei, als es einen Wasseranschluss bekam. Durch eine Havarie kam es zur Überschwemmung. Ganz Seelow hatte kein Wasser.