Mit schwerem Gerät wird seit Montag in Jahnsfelde – vom Kreuzungsbereich zur L 36 bis zum Ortsausgang in Richtung Müncheberg – der neue Asphalt auf knapp 700 Metern Länge auf der Bundesstraße gezogen. Damit soll bald die erste große Bauphase enden, die seit Anfang Juli nicht nur die Autofahrer wegen der Umleitung nervt, sondern auch die Anwohner, die nun durch falsch fahrende Autofahrer verärgert sind. Aber eine zweite Bauphase steht allen noch bevor.
Volkes Seele kocht. Das wurde am Montagabend im Ortsbeirat von Jahnsfelde deutlich. Acht Bürger waren gekommen und machten ihrem Ärger Luft. Schließlich sorge die Baustelle seit Juli nun für reichlich Verkehr vor ihren Haustüren am Gutshof, im Schmiedeweg und Obersdorfer Weg. Die Strecke sei eigentlich nur für Gäste vom Landgasthof ausgewiesen. Doch viele Autofahrer – vorrangig Berliner und Polen – würden dies ignorieren und dann weiter in Richtung Müncheberg rasen. "Hat die Straßenzustände vorab mal einer von der Stadtverwaltung dokumentiert", fragte Doris Poplien. Sie habe viele Falschfahrer erlebt. "Denen sollte man allen mal den Führerschein abnehmen."
Schäden auf Schleichwegen
Ortsvorsteher Bernd Gohlke erklärte, dass der Wirtschaftshof Müncheberg nach Bauaende den Zustand der Straßen begutachten und reparieren wird. "Da ist einiges abgesackt, ausgefahren, fehlen Steine." Die Baufirma halte sich raus, habe eine Umleitung einrichten lassen, sei damit aus dem Schneider. Wenn Autos falsch fahren, dadurch Schaden anrichten, bleibe das an der Gemeinde hängen. "Ich habe auch schon bei der Polizei um Hilfe gebeten", berichtete Gohlke. Doch die benötigen einen klaren Auftrag. Hin und wieder seien die Beamten vor Ort, könnten aber nicht ständig die Sperrung kontrollieren. Zumal die Ausschilderung, von Müncheberg kommend, nicht klar geregelt sei. Viel Unmut und Ohnmacht gegenüber der Verwaltung in Müncheberg wurde laut. "Es ist eine Schande, dass sich die Verwaltung ihrer Verantwortung entzieht, hier Straßen kaputt gefahren werden, die einst für Pferdekutschen angelegt wurden und nicht für den Verkehr einer Bundesstraße", sagte Landwirt Frank Prochnow.
Dazu werden die bisherigen Bushaltestellen-Buchten abgeschafft. "Trotz unseres Protestes hält der Bus somit künftig direkt auf der Straße, sorgt für Stau und lässt die Kinder an der viel befahrenen Straße aussteigen", so Gohlke. Ebenfalls erneuert – weil die Straßenentwässerung  nun zum Feld laufe – sei bereits der Gehweg vor dem Landgasthof. "Dafür haben wir mal 36 000 Euro bezahlt, um Pflastersteine in Splitt zu legen. Nun liegen sie im Kies und wir werden wieder ein Problem mit den Ameisen bekommen", schimpfte Gohlke. Auch bleibe die dicke marode Eiche an der Kreuzung nach Heinersdorf vorerst stehen. "Dafür ist die Straßenmeisterei Fürstenwalde zuständig, die schafft die Fällung jetzt nicht mehr." Auch die Bauleute von Strabag fluchen über Falschfahrer. Mit einem Fertiger zogen sie am Dienstag die 160 Grad heiße Bitumen-Binderschicht auf. Donnerstag und Freitag folgt die Asphaltdeckschicht.
Bauphase 2 an Kreuzung L 36
Während jetzt der Verkehr in Richtung Müncheberg über Heinersdorf umgeleitet wird, kommen Autofahrer dort bald nicht mehr lang. Der Knotenpunkt L 36 wird laut Landesbetrieb Straßenwesen als Bauphase 2 ab 26. August erneuert. Der Verkehr wird dafür halbseitig per Ampel auf der neuen B 1 vorbei geleitet. Die Umleitung führt über die Ortsumgehung Müncheberg und B 5. Ab 29. August wird die L36-Kreuzung nach Trebnitz erneuert und dafür eine Umleitung über Seelow-B167-Gusow und Neuhardenberg ausgeschildert. Fertig sein sollen die B 1-Arbeiten in Jahnsfelde am 9. September.