Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Grubenarbeiterhaus an der Frankfurter Straße 10/11 in Treplin soll in diesem Jahr neue Fenster bekommen. Doch die vom neuen Wohnungsverwalter der Gemeinde, der FHD aus Frankfurt (Oder) noch im vorigen Jahr veranschlagten 50.000 bis 60.000 Euro werden dafür nicht ausreichen. Die neuen Holzfenster sollen rund 100.000 Euro kosten, informierte Benita Nickel aus der Kämmerei des Amtes Lebus die Trepliner Gemeindevertreter in dieser Woche.

Originalgetreue Holzfenster sind teurer als gedacht

Hintergrund ist, dass originalgetreue Fenster eingebaut werden müssen. Wie die einst aussahen, ist auf alten Fotos zu erkennen, die Bürgermeister Joachim Kretschmann den FHD-Vertretern zur Verfügung gestellt hatte. Der Wohnungsverwalter war froh, eine Firma gefunden zu haben, die solche Fenster baut. Wegen den maroden Holzfenstern hätten schon einige Mieter eine Mietminderung geltend gemacht, informierten die FHD-Vertreter.
Da die Mieteinnahmen der Gemeinde für die Fenstersanierung nicht ausreichen, will die Gemeinde den Fehlbetrag aus ihrem Haushalt ausgleichen. Da es sich um eine Werterhaltungsmaßnahme und keine Investition handelt, ist eine Kreditfinanzierung nicht möglich, erläuterte die neue Lebuser Kämmerin Katja Klemke.

Ausstellungsraum für die „Krimischeune“

Das größte investive Vorhaben der Gemeinde ist in diesem Jahr der Ausbau des Dachgeschosses des Gemeindezentrums „Amtsscheune“. Zwei Jahre nach der Antragstellung war im Mai vorigen Jahres die Bewilligung der dafür beantragten Fördermittel eingetroffen. Doch abrufbar sind die Mittel erst in diesem Jahr. Und bis zum Jahresende soll alles fertig sein. Joachim Kretschmann bat die Vertreter des Amtes, eine Verlängerung zu beantragen.
Für insgesamt rund eine halbe Million Euro sollen im Obergeschoss der Amtsscheune ein Ausstellungsraum für die Kriminalausstellung der beliebten Veranstaltungsreihe „Krimischeune“, ein Schulungsraum für die Ortsfeuerwehr, ein Vereinsraum und ein Bürgermeister-Büro entstehen. Neben der Treppe soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. Die Gemeinde muss für die Maßnahmen einen vergleichsweise hohen Eigenanteil von rund 214 000 Euro erbringen.

Schulkostenbeitrag deutlich erhöht

In der Haushaltsdiskussion machte Benita Nickel auf nötige Mehrausgaben aufmerksam. So soll Treplin rund 7000 Euro mehr für seine Grundschüler zahlen, die die Alt Zeschdorfer Schule besuchen. Der Schulkostenbeitrag habe sich von 850 Euro auf jährlich 1300 Euro je Schüler erhöht, so die Vertreterin der Kämmerei. Grund seien unter anderem umgelegte Kosten für die Renovierung von Klassenräumen im vorigen Jahr. Bürgermeister Joachim Kretschmann möchte „diese extreme Erhöhung“ noch detailliert erläutert haben.
Obwohl die Zahl der in der Trepliner Kita „Zwergendorf“ betreuten Kinder gesunken ist, muss die Gemeinde einen höheren Zuschlag fürs Essen zahlen – weil der Preis pro Mahlzeit erhöht wurde.

15.000 Euro für Arbeiten auf „Naglers Berg“

25.000 Euro will die Gemeinde in diesem Jahr für die Unterhaltung kommunaler Straßen bereit stellen. 15.000 Euro sollen ins Wohngebiet „Naglers Berg“, 5.000 Euro in die Ertüchtigung der Bankette in der Hinterstraße fließen.
Dass Treplin am Jahresende noch die 238.000 Euro auf der hohen Kante hat, die die Gemeinde in den kommenden Jahren als Eigenanteil für den Gehwegbau an der Ortsdurchfahrt der B5 braucht, sei kaum zu erwarten, so die Vertreter der Lebuser Kämmerei. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt soll 2022 beginnen.