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Wer hat eigentlich vor 150 Jahren die Ostbahngleise zwischen Berlin und Gusow verlegt? Über solche Fragen klärte Thomas Drewing vom Heimat- und Geschichtsverein Gusow-Platkow die Gäste der Auftaktveranstaltung am Bahnhof Seelow-Gusow auf. Es seien unter anderem ehemalige Teilnehmer der Revolution von 1848 gewesen. Und 1866 dann Kriegsgefangene des preußischen Österreich-Krieges, die dafür eingesetzt wurden. "Als am 2. Oktober 1867 der erste Zug von Gusow nach Berlin fuhr, wurde vermutlich nicht gefeiert. Jedenfalls haben wir dazu nichts gefunden", so der Heimatforscher.
Für die heutige Zeit benannte Landrat Gernot Schmidt es als Aufgabe, eine der wichtigsten Verkehrsadern in Europa wieder zu moderner Leistungsfähigkeit zu bringen. Dafür sei bereits viel Lobbyarbeit geleistet worden. Teilerfolge säumen den Weg seit der Wende. Aktuell seien das die Zweigleisigkeit von Abschnitten, die Entflechtung der Strecken in Strausberg und die Anbindung nach Ostkreuz. Langfristig müssten die Elektrifizierung und die durchgängige Zweigleisigkeit erreicht werden.
Bevor Rainer Schinkel, Beigeordneter des Landrates, ein verkehrspolitisches Forum startete, übernahmen es NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker und Gusow-Platkows Bürgermeister Karlheinz Klein, die "Jubiläumsbank" zu enthüllen. Sie erinnert mit einer Inschrift an 150 Jahre Ostbahn und die Streckenübernahme durch die NEB im Jahre 2006. Während des Forums forderte Seelows Bürgermeister Jörg Schröder u.a. eine bessere Umsteigemöglichkeit zwischen der RB26 auf der Ostbahn und der RB 60 auf der Oderbruchstrecke.
NEB-Chef Detlef Bröcker machte deutlich, dass es 2017 wegen der zahlreichen Baustellen große Schwierigkeiten gegeben hatte. Nächstes Jahr werde zwar auch gebaut, aber nicht mehr so viel. Nicht glücklich sei die NEB mit der Einbindung von Mahlsdorf, weil man anderenorts größeren Bedarf sehe. Wenig Hoffnung geb es dafür, dass der Fuhrpark rasch größer werde. Die Züge des Typs "Link" bleiben auf der RB 26.
Im Bahnhof Gusow waren Ausstellungen zu sehen. Yvonne Deinert von der Erlebnis-Post stempelte Sonderbriefe ab. Der Dorfclub versorgte die Gäste mit Kuchen. Den gab es auch vom Krugbergverein in Werbig beim Kaffeeklatsch.
Historischer Einstieg: Thomas Drewing vom Heimat- und Geschichtsverein Gusow-Platkow (r.) machte deutlich, wie sehr sich die Region zwischen Berlin und Küstrin auch in Folge des Baus der Ostbahn entwickelt hat. Eine Historie, die zugleich Verpflichtung für die Zukunft ist.Fotos (4): MOZ/Ulf Grieger
Verkehrsdebatten: Werner Zellmer und Harald Schulz im Gespräch mit Golzows Bürgermeister Frank Schütz (v.l.) im Filmmuseum.
Ostbahnausstellung im Gusower Bahnhof
Bankbesetzer: Gernot Schmidt, Detlef Bröcker und Karlheinz Klein besetzten bei dem von Rainer Schinkel (v.r.) moderierten verkehrspolitischen Forum die neue "Jubiläumsbank" der Ostbahn in Gusow.
Viele Veranstaltungen zum 150. Jahrestag der Eröffnung / Langfristig soll Elektrifizierung erreicht werden
Jubiläumsbank erinnert jetzt in Gusow an den 150. Jahrestag der Bahnverbindung
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