Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke legte  mit dem Botschafter der Russischen Föderation, Sergej J. Netschajew, und dem Vorstandsvorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, Kränze am Panzerdenkmal und am Denkmal für alle Opfer des Zweiten Weltkrieges nieder.
Mehr als 300 Gäste waren der Einladung zur öffentlichen Veranstaltung gefolgt. Darunter auch Land- und Kreistagsabgeordnete, Gemeindevertreter, Ortsvorsteher und Vertreter von Parteien. Viele verbanden auch persönliche Gedanken mit der Veranstaltung in Kieniz. So erinnerte sich Bauerverbandspräsidenet Henrik Wendorff, wie er vor 50 Jahren mit Gleichaltrigen in dem Panzer gespielt hatte, der auf Initaitive des damaligen Kienitzer Bürgermeisters Emil Krüger und der Geschichts-AG der Schule in die Ortsmitte gekommen war. Burkhard Brückl, ein in Küstrin aufgewachsener Verbindungsoffizier der NVA zu den Sowjetstreitkräften, hatte ermittelt, dass die Rote Armee in Kienitz den ersten Brückenkopf am Westufer der Oder errichtet hatte. Johanna Wirth aus Waldsieversdorf hatte zur Veranstaltung ein eigenes Plakat mitgebracht, mit dem sie zum Dialog mit Russland aufrief.
Letschins Bürgermeister Michael Böttcher, selbst in Kienitz aufgewachsen, erinnerte daran, dass das Kriegsgedenken am Panzer nun schon ununterbrochen seit 50 Jahren stattfindet. Die friedliche Nachbarschaft in Europa und die Völkerverständigung seien die wichtigsten Ziele. Landrat Gernot Schmidt erklärte es zur aktuellen Aufgabe, die Berichte der Zeitzeugen von vor 75 Jahren bekannt zu machen und sich als Suchende im Verständnis unterschiedlicher Wahrheiten zu verstehen. "Deutschland ist von den Völkern des Ostens besiegt worden. Doch die Sieger haben nicht den Vorsatz gehabt, uns die Würde zu nehmen. Das unterscheidet sie von uns", so Schmidt. Leute, die die Befreiung als Fliegenschiss der Geschichte bezeichnen, nannte Schmidt "erbärmlich".
Dietmar Woidke betonte: "Ich verneige mich vor den Opfern des Zweiten Weltkrieges. Was ihnen und ihren Mitmenschen in deutschem Namen angetan wurde, erfüllt mich mit Demut und Scham. Es gibt nichts, was diese barbarischen Verbrechen wiedergutmachen könnte. Aber wir alle tragen Verantwortung für das, was in unserer Zeit geschieht. Wir können Antifaschismus nicht verordnen, aber wir können immer wieder erzählen, wohin Hass und Hetze, Rassismus und Nationalismus, Gewalt und Ausgrenzung geführt haben und wieder führen würden."
Matthias Platzeck riet dazu, konkret und ehrlich mit der Geschichte umzugehen. So hab es ihn schon verwundert, als zum  75. Jahrestag des D-Days, der Landung der Alliierten in der Normandie, dies als Entscheidung im 2. Weltkrieg bezeichnet wurde. "Der Weltkrieg wurde schon vorher gewonnen. In der Schlacht um Moskau 1941/42, in Stalingrad 1942/43, im Kursker Bogen, in Leningrad und Sewastopol", so Platzeck. Diese wirklichen Wendepunkte dürfe man nicht vergessen. Es gehe heute darum, sensibel mit der Geschichte umzugehen.
Russlands Botschafter Sergej Jurjewitsch Netschajew wandte sich direkt an die Einwohner Brandenburgs. Das Andenken der Rotarmisten zu wahren, die für die Beseitigung der Hitlermaschinerie einen sehr hohen Blutzoll geleistet  haben, sei fest im Bewusstsein der anständigen Menschen verwurzelt. "Deshalb gilt mein Dank den Brandenburgern, die uns bei der Pflege der  Kriegsgräberstätten stets zur Seite stehen." Versuche, die Geschichte so umzuschreiben, dass sogar die Verbrechen der Nazis gerechtfertigt werden, wies er strikt zurück. Und kritisierte scharf die Schändung von Kriegsgräberstätten der Roten Armee in Polen.
Im Abschluss wurde am Denkmal aller Toten des Krieges und der Opfer des Faschismus gedacht. Pfarrer Frank Schneider zitierte den Bibelvers "Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln", um dann zum Gebet aufzufordern: "Betende Hände können sich nicht mit Krieg beschäftigen", erklärte er.
Die Linke hatte am Rande der Veranstaltung mit Transparenten darauf verwiesen, dass das groß angelegte Nato-Manöver Defender 2020 ausgerechnet dort, wo vor 75 Jahren der Krieg tobte, unangebracht ist. Unterstützung bekam sie dabei von Landtagspräsidentin Ulrike Liedke. Sie erklärte beim Friedensforum, das sich an das offizielle Gedenken im Gasthaus "Zum Hafen" anschloss: "Man kann über den Sinn solcher militärischer Übungen denken, was man will. Aber das Manöver Defender 2020 in diesen  Tagen setzt kein gutes Zeichen."
Zugleich hatte in der Kienitzer Marina das Sonderpostamt der Seelower Briefmarkenfreunde geöffnet. Von dort wurde Feldpost mit einem Oldtimer-Dodge durch den Zeitreisen-Verein zum Panzerdenkmal gebracht. Die Elftklässler  Henriette Janz und Sophie Iden hatten im Rahmen eines Kunstprojektes die Motive für die Sonderstempel gezeichnet.
Beim Friedensforum griff Moderator Christian Steyer den Gedanken von Gernot Schmidt zu den unterschiedlichen Wahrheiten auf. Es gab einen regen, mit persönliche Erinnerungen geführten Meinungsaustausch zwischen dem Vorsitzenden des Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Gunter Fritsch, Matthias Platzeck und Helmut Domke, der 1992 den Abzug der GUS-Streitkräfte koordinierte, zu den deutsch-russischen Beziehungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.